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Warum Wohlhabende beim Tankrabatt stärker entlastet werden als Geringverdiener

Eine aktuelle Studie zeigt, dass der geplante Tankrabatt vor allem einkommensstarken Haushalten zugutekommt. Während Gutverdiener bis zu 21,64 Euro sparen, profitieren einkommensschwächere Haushalte nur mit 6,48 Euro.

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Tanken: Einkommensstarke profitieren am meisten vom Rabatt
KI-generiert

Im Mai 2026 wird Autofahrern durch einen Tankrabatt von 17 Cent brutto pro Liter eine gewisse Entlastung gewährt. Kritiker der Maßnahme äußern jedoch Bedenken, dass vor allem wohlhabende Haushalte von diesem Rabatt profitieren, während einkommensschwächere Gruppen kaum entlastet werden. Dies belegen aktuelle Auswertungen einer Hochschule.

Die geplante Senkung der Energiesteuern auf Benzin und Diesel kommt laut einer Simulation der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen überwiegend den einkommensstärksten Haushalten zugute. Diese Simulation, die dem „Spiegel“ vorab zur Verfügung gestellt wurde, zeigt, dass die obersten zehn Prozent der Haushalte im Zeitraum von zwei Monaten insgesamt 21,64 Euro einsparen können. Im Vergleich dazu profitieren die einkommensschwächsten zehn Prozent lediglich mit 6,48 Euro. Der Grund für diese Diskrepanz liegt darin, dass mit steigendem Einkommen in der Regel auch der Spritverbrauch zunimmt, wodurch Besserverdiener stärker von der Entlastung profitieren.

Zur Einordnung: Ein Einpersonenhaushalt, der monatlich knapp 4500 Euro netto verdient, zählt zu den einkommensstärksten zehn Prozent, während Haushalte mit weniger als rund 1200 Euro zu den einkommensschwächsten zehn Prozent gehören.

„Es ist keine zielgerichtete Maßnahme“, äußerte sich der RWTH-Ökonom Aaron Praktiknjo gegenüber dem „Spiegel“. „Auch ich zahle jetzt mehr fürs Tanken, aber wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich jetzt diesen Tankrabatt nicht dringend nötig.“

Die Berechnungen der Forscher basieren auf Daten aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamts, dem sozioökonomischen Panel, dem deutschen Mobilitätspanel sowie aktuellen Spritpreisen. Der geplante Rabatt setzt sich aus etwa 14,04 Cent zuzüglich Mehrwertsteuer zusammen.

Kritik an der Maßnahme

Bereits zuvor hatte die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer den Tankrabatt scharf kritisiert. Sie bezeichnete die Maßnahme als „die schlechteste aller bisher diskutierten Optionen“. Schnitzer, die Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, äußerte sich in den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Eine Senkung des Preises für alle durch eine zeitlich befristete Aussetzung der Energiesteuer ist nicht zielführend.“

„Das ist eine Hilfe mit der Gießkanne, auch für Menschen, die den höheren Preis verkraften können“, fügte Schnitzer hinzu. „Es reduziert den Anreiz, den Spritverbrauch zu senken, und lässt die Menschen im Glauben, der Staat schützt sie vor allen Krisen von außen, auch die Reichen.“

Die Wirtschaftsexpertin betonte, dass eine gezielte Unterstützung für tatsächlich bedürftige Haushalte die bessere Entscheidung gewesen wäre. Die Diskussion um den Tankrabatt wirft somit grundlegende Fragen zur Gerechtigkeit und Effektivität staatlicher Entlastungsmaßnahmen auf.

Bildquelle: depositphotos

TS