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Was bleibt 2024 im Geldbeutel?

Das Jahr 2023 war für Verbraucher nicht einfach. Wird das nächste besser? Ein Blick nach vorne zeigt: Es gibt immerhin einige positive Vorzeichen.

Zahlreiche Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen 2024 mit einer deutlichen Abschwächung der Inflation. (Illustration)
Foto: Christin Klose/dpa

Nach den herausfordernden Jahren der Pandemie brachte auch das Jahr 2023 für zahlreiche Menschen keinen deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung, aufgrund von Inflation, wirtschaftlicher Unsicherheit und Kriegen. Wie wird sich das Jahr 2024 gestalten?

Konjunktur und Kaufkraft

Die positive Nachricht zuerst: Mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten eine klare Abschwächung der Inflation im Jahr 2024. Der Sachverständigenrat prognostiziert für das kommende Jahr einen Anstieg der Verbraucherpreise von lediglich 2,6 Prozent und ein moderates Wachstum von 0,7 Prozent.

KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib erwartet, dass das neue Jahr deshalb finanziell besser laufen wird als die Vorjahre. «Bis die realen Einkommensverluste der Vorjahre insgesamt aufgeholt sind, wird es allerdings noch etwas dauern. Wenn alles gut läuft, dann könnte es am Ende von 2025 so weit sein», sagt Köhler-Geib.

Laut Experten wird die Kaufkraft aufgrund des Anstiegs der Reallöhne im Vergleich zu den Verbraucherpreisen voraussichtlich verbessert, was zu einer Erholung der mäßigen Konsumlaune der Verbraucher führen wird.

Mindestlohn und Bürgergeld

Im Jahr 2024 steigt der Mindestlohn für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf 12,41 Euro pro Stunde. Dies bedeutet eine Erhöhung um 41 Cent ab dem 1. Januar. Ebenso werden auch die branchenspezifischen Mindestlöhne, die in Tarifverträgen festgelegt sind, angehoben. Dies betrifft verschiedene Berufe wie Dachdecker, Gebäudereiniger, Maler sowie Pflegehilfs- und -fachkräfte. Auch Auszubildende profitieren von einer Erhöhung. Die Mindestvergütung im ersten Lehrjahr steigt von 620 auf 649 Euro nach dem Jahreswechsel.

Im neuen Jahr wird auch das Bürgergeld angepasst. Der Regelsatz wird jährlich an Preise und Löhne angepasst. Das Bürgergeld steigt im Durchschnitt um zwölf Prozent für mehr als fünf Millionen Erwachsene und Kinder in der Grundsicherung. Für Alleinerziehende erhöht es sich beispielsweise um 61 auf 563 Euro. Erwachsene, die mit einem Partner zusammenleben, erhalten 506 Euro.

Renten und Elterngeld

Die Rentner in Deutschland werden ab dem 1. Juli 2024 voraussichtlich mehr Geld zur Verfügung haben. Gemäß einer offiziellen Schätzung ist mit einer Erhöhung um 3,5 Prozent zu rechnen. Diese Information stammt aus einem Entwurf des Rentenversicherungsberichts der Bundesregierung, der derzeit noch in der Abstimmungsphase ist. Der endgültige Wert für die Erhöhung wird im Frühjahr festgelegt.

Auch bei der Erwerbsminderungsrente wird ein Aufschlag gewährt: Personen, die zwischen 2001 und Juni 2014 in den Ruhestand gegangen sind, erhalten eine Erhöhung von 7,5 Prozent. Wenn der Rentenbeginn zwischen Juli 2014 und 2018 lag, beträgt der Aufschlag 4,5 Prozent. Insgesamt profitieren etwa drei Millionen Rentnerinnen und Rentner von dieser Regelung. Zudem wird die Hinzuverdienstgrenze angehoben.

Änderungen stehen jungen Familien bevor. Zukünftig sollen nur noch Eltern, die im Jahr vor der Geburt ihres Kindes ein zu versteuerndes Einkommen von weniger als 200.000 Euro haben, Elterngeld beziehen können. Bisher lag die Grenze bei 300.000 Euro. Bis 2025 soll die Grenze weiter auf 175.000 Euro gesenkt werden.

Steuern

Im Jahr 2024 erhalten Bürgerinnen und Bürger mehr Netto vom Brutto. Der steuerliche Grundfreibetrag, also das Einkommen, bis zu dem keine Steuer gezahlt werden muss, erhöht sich von 10.908 auf 11.604 Euro. Auch der steuerliche Kinderfreibetrag wird angehoben. Der Eckwert für die Spitzensteuer von 42 Prozent steigt auf 66.761 Euro (2023: 62.810 Euro).

Im neuen Jahr steigen die Sozialabgaben für einige Arbeitnehmer. Aufgrund des Anstiegs der Beitragsbemessungsgrenze erhöht sich der Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung für gesetzlich versicherte Gutverdiener: bei einem Bruttoeinkommen von 60.000 Euro um jährlich 16 Euro, bei 70.000 um 234 Euro, bei 90.000 um 488 Euro, bei 100.000 um 552 Euro.

Gesundheit

Die Krankenkassenbeiträge können 2024 leicht ansteigen. Die Bundesregierung hat den Orientierungswert um 0,1 Punkte auf 1,7 Prozent erhöht. Die genaue Höhe wird jedoch von den Kassen selbst festgelegt. Die Techniker Krankenkasse, die größte Krankenkasse in Deutschland mit elf Millionen Versicherten, plant, ihren Beitrag stabil zu halten (1,2 Prozent). Die DAK Gesundheit wird auch ihren Zusatzbeitrag unverändert lassen (1,7 Prozent). Die Barmer plant hingegen eine deutliche Erhöhung. Die zweitgrößte Krankenkasse mit mehr als acht Millionen Versicherten plant, ihren Zusatzbeitrag um 0,69 Prozentpunkte auf 2,19 Prozent anzuheben.

Laut einer Schätzung des Verbandes der Privaten Krankenversicherung müssen auch viele privat Versicherte mit einer Erhöhung der Beiträge rechnen. Die Kosten werden voraussichtlich im Durchschnitt um sieben Prozent steigen.

Restaurantbesuche

Auch der Besuch von Restaurants und Cafés könnte teurer werden. Ab dem 1. Januar gilt in der Gastronomie wieder der normale Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent anstelle des zeitweise ermäßigten Satzes von 7 Prozent. Daher ist zu erwarten, dass Gastronomen diese Kosten an ihre Kunden weitergeben.

Heizung, Strom und Benzin

2024 bleibt Energie ein Thema, das den Geldbeutel belastet. Das Vergleichsportal Check24 prognostiziert für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gesamtkosten für Gas in Höhe von 2537 Euro. Das sind 370 Euro mehr als 2023. Den größten Anteil daran hat die Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes von 7 auf 19 Prozent zum 1. März, was zu zusätzlichen Kosten von 217 Euro führt. Laut dem Modellrechnung tragen auch der Anstieg des CO2-Preises zum Jahreswechsel sowie das Auslaufen der Preisbremse, die den Arbeitspreis ab einer bestimmten Höhe begrenzt hat, zu höheren Kosten bei.

Die Preisbremse für Strom entfällt zum Jahreswechsel. Auch die Netzentgelte erhöhen sich deutlich. Laut Check24 werden die Stromkosten für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden im kommenden Jahr voraussichtlich um 144 Euro steigen. Allerdings haben viele Energieversorger aufgrund gesunkener Beschaffungspreise zuletzt Preissenkungen angekündigt.

Es ist zu erwarten, dass die Spritkosten steigen werden. Laut dem ADAC könnte der Preis für einen Liter Benzin aufgrund des Anstiegs des CO2-Preises zum Jahreswechsel um etwa 4,3 Cent teurer werden. Diesel-Fahrer müssen mit einem Anstieg von etwa 4,7 Cent rechnen.

Versicherungen und Mobilität

Es gibt auch bei Versicherungen Preiserhöhungen. Laut dem Kfz-Versicherungsindex von Verivox sind die Verträge im Durchschnitt um 13 Prozent teurer geworden. Auch die Beiträge der Gebäudeversicherungen dürften steigen. Die Ursache dafür sind gestiegene Handwerks-, Material- und Baukosten aufgrund der hohen Inflation.

Es ist noch unklar, wie es mit dem Deutschlandticket weitergeht und ob der Einführungspreis von 49 Euro beibehalten wird. Der Beitrag könnte Mitte 2024 ansteigen. Auf jeden Fall wird das Fliegen teurer. Die Ticketsteuer für Passagierflüge soll nach den Plänen der Bundesregierung erhöht werden. Die Höhe der Steuer hängt von der Streckenlänge ab. Es ist noch unklar, wie viel zusätzliche Kosten dadurch für Verbraucher entstehen werden.

dpa