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Wasserstoff aus Saudi-Arabien soll über Rostock kommen

Künftig soll Wasserstoff aus Wüstenstrom deutsche Industrieanlagen antreiben. Einen wichtigen Schritt auf dem Weg dorthin haben die beteiligten Unternehmen in der saudischen Hauptstadt Riad gemacht.

Über den Rostocker Hafen soll Wasserstoff in Form von Ammoniak nach Deutschland gelangen. (Archivbild)
Foto: Jens Büttner/dpa

ACWA Power, EnBW Baden-Württemberg, Rostocker Hafen und VNG haben in Riad eine Absichtserklärung unterzeichnet, um Wasserstoff aus Saudi-Arabien über den Hafen Rostock nach Deutschland zu liefern.

Transport per Schiff

Im Zuge der Reise von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) wurde das Papier unterzeichnet, in Anwesenheit des saudischen Energieministers Abdulasis bin Salman. Geplant sind Ammoniak-Lieferungen von der saudischen Hafenstadt Yanbu am Roten Meer nach Rostock.

Der Energieträger Wasserstoff wird für den Transport per Schiff in der Chemikalie Ammoniak gebunden, da sich diese einfacher verflüssigen, transportieren und lagern lässt als Wasserstoff. In Rostock wird das Ammoniak dann wieder in Wasserstoff umgewandelt und von dort aus weitertransportiert. Dies geschieht mithilfe eines sogenannten Crackers, den VNG entwickelt hat.

Wo Wasserstoff zum Einsatz kommen soll

ACWA Power, ein saudi-arabisches Unternehmen, produziert Wasserstoff umweltfreundlich mit Wind- und Solarstrom. In einem zukünftigen deutschen Wirtschaftssystem, das umweltfreundlich ist, soll Wasserstoff neben klimaneutral erzeugtem Strom eine wichtige Rolle spielen: Das Gas soll CO2-neutral erzeugt werden und beispielsweise in neuen Gaskraftwerken Strom erzeugen, wenn nicht genügend Wind- und Sonnenstrom vorhanden ist. In Hochöfen zur Stahlherstellung soll Wasserstoff anstelle von Koks eingesetzt werden, um so große Mengen Kohlendioxid zu vermeiden.

Die Produktionsanlage für Wasserstoff und Ammoniak in Yanbu soll laut der gemeinsamen Mitteilung der Projektpartner im Jahr 2030 den kommerziellen Betrieb aufnehmen. ACWA prüft zudem eine Beteiligung an der Entwicklung und möglicherweise auch Finanzierung von Ammoniak-Infrastruktur in Deutschland.

dpa