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Fall der weltweiten Bierproduktion, Deutschland verteidigt Platz 5

China bleibt weltweit führend, BarthHaas prognostiziert stabilen Ausstoß trotz unsicherer Zukunft. Hopfenernte üppiger.

Der weltweite Bierausstoß war 2023 leicht rückläufig.
Foto: Matthias Balk/dpa

Die weltweite Bierproduktion ist gefallen. Insgesamt wurden vergangenes Jahr 188 Milliarden Liter Bier hergestellt, wie aus dem alljährlichen Bericht des weltgrößten Hopfenhändlers BarthHaas aus Nürnberg hervorgeht. Das waren 0,9 Prozent – oder 1,7 Milliarden Maß Bier weniger als vor einem Jahr. Der Rückgang kam überraschend: «Nachdem wir 2022 trotz widriger Bedingungen einen leichten Zuwachs verzeichnen konnten, rechneten wir für 2023 ebenfalls mit einem kleinen Plus», sagt BarthHaas-Geschäftsführer Peter Hintermeier.

Deutschland behielt seinen fünften Platz als Bierproduzent, obwohl die Bierproduktion um 3,3 Prozent auf knapp 8,5 Milliarden Liter sank. Laut dem Bericht ist China mit 35,9 Milliarden Litern weltweit die Nummer eins, gefolgt von den USA mit 19,3 Milliarden, Brasilien mit 14,9 Milliarden und Mexiko mit 14,2 Milliarden Litern. Während die Produktion in China leicht und in den USA deutlich zurückging, stieg sie in Brasilien und Mexiko jeweils leicht an.

«Konsumenten ächzen»

Wie es mit der Bierproduktion weitergeht, ist laut BarthHaas schwer vorherzusagen. «Die Brauindustrie spürt weiterhin die Folgen des Ukraine-Kriegs», sagt Thomas Raiser, der ebenfalls Geschäftsführer beim Hopfenhändler ist. «Die Konsumenten ächzen in vielen Ländern unter der Last hoher Inflation. Für das laufende Jahr rechnen wir daher lediglich mit einem stabilen Bierausstoß, ein klarer Trend für die Zukunft lässt sich aber nicht erkennen.»

Zumindest der Hopfen wird in naher Zukunft jedoch nicht knapp sein. Die Ernte der Dolden war deutlich reichhaltiger als im Vorjahr. Mit 118.415 Tonnen bedeutet dies ein Plus von 11,5 Prozent. Dies ist jedoch auch auf das schwache Vergleichsjahr zurückzuführen, das unter anderem von Trockenheit, Hitze und schweren Gewittern geprägt war.

Markt ist mit Hopfen überversorgt

Bei BarthHaas gibt es jedoch immer noch eine Überversorgung des Marktes mit Alphasäure, dem Inhaltsstoff des Hopfens, der im Bier für die bittere Note sorgt. Daher muss die Anbaufläche reduziert werden, um den gesunkenen Bedarf anzupassen. Dies geschah bereits im vergangenen Jahr und der Trend setzt sich auch in diesem Jahr fort, wie Daten des Verbands Deutscher Hopfenpflanzer bereits vor einigen Wochen nahegelegt hatten. Der größte Rückgang betrifft jedoch die USA, wie auch BarthHaas berichtet. Deutschland hat daher im laufenden Jahr den Titel des größten Hopfenproduzenten der Welt nach Anbaufläche zurückerobert. Bei der Ernte 2023 lagen die USA mit 47.601 zu 41.234 Tonnen jedoch noch deutlich vorne. Die Ernte 2024 steht noch aus – wer in diesem Jahr die meisten Hopfen produziert hat, wird dann im BarthHaas-Bericht 2025 nachzulesen sein.

Die Entwicklungen am Hopfenmarkt dürften jedoch kaum größere preisliche Auswirkungen auf das Bier haben: Die Kosten für die Zutat machen aufgrund ihres vergleichsweise kleinen Anteils kaum einen Unterschied aus.

dpa