Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Veränderung im Supermarkt: Mehr Fleisch aus besseren Tierhaltungsbedingungen

Der Anteil von Fleisch aus Ställen mit gesetzlichen Mindestanforderungen sinkt. Supermärkte passen sich an staatliches Logo an und steigern Anteil höherer Stufen.

Die seit 2019 bestehende freiwillige «Haltungsform»-Kennzeichnung der Supermarktketten gilt für Fleisch und verarbeitete Produkte von Schwein, Rind und Geflügel.
Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Laut Branchenangaben gibt es im Supermarkt weiterhin eine Verschiebung hin zu Produkten mit verbesserten Tierhaltungsbedingungen, insbesondere im Fleischbereich. Mit der Einführung der Haltungskennzeichnung im Handel ist der Anteil an Fleisch, das nur aus Ställen mit den gesetzlichen Mindestanforderungen stammt, gesunken. Neue Daten für 2023 zeigen, dass bei Schweinefleisch aus dem SB-Regal nur noch 1,5 Prozent aus der niedrigsten Stufe 1 stammen – im Vergleich zu 7,1 Prozent im Vorjahr. Diese Informationen wurden von der Trägergesellschaft auf der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin bekannt gegeben.

Im Kühlregal war kein Fleisch aus der untersten Haltungsform mehr von Puten und Hähnchen erhältlich. Bei Rindfleisch stammen jedoch immer noch mehr als drei Viertel aus Stufe 1. Der Anteil sank von 77 Prozent im Jahr 2022 auf 75,6 Prozent im Jahr 2023. Die Angaben beziehen sich auf Frischfleisch und Zubereitungen wie Hackfleisch der Eigenmarken des Handels, die einen Großteil des Angebots ausmachen.

Freiwillige Kennzeichnung gleicht sich staatlichem Logo an

Die seit 2019 bestehende freiwillige «Haltungsform»-Kennzeichnung der Supermarktketten gilt für Fleisch und verarbeitete Produkte von Schwein, Rind und Geflügel. Sie hat auf den Etiketten bisher die Zahlen 1 bis 4 für vier Stufen mit wachsenden Anforderungen an die Bedingungen der Tierhaltung. Das System wird gerade auf fünf Stufen umgestellt, um sich an ein staatliches Logo anzugleichen, das ab Sommer zunächst für Schweinefleisch verpflichtend wird.

In der zweiten Stufe der privaten Kennzeichnung mit etwas höheren Anforderungen sind jetzt 90,5 Prozent statt 84,9 Prozent des Schweinefleisches aus dem SB-Regal. Der Anteil der höheren Stufen 3 und 4 stieg auf 2,6 Prozent bzw. 5,1 Prozent. Bei Geflügelfleisch ist weiterhin Stufe 2 dominant mit 89,8 Prozent bei Hähnchen und 91,5 Prozent bei Puten. Bei Hähnchenfleisch liegen nun jeweils rund 5 Prozent in den Stufen 3 und 4. Beim Rindfleisch erhöhte sich der Anteil der Stufe 3 von 1,2 Prozent auf 5,6 Prozent. Außerdem stammen nun 14,4 Prozent aus Stufe 4.

Zehn Jahre Branchen-Initiative für mehr Tierwohl 

Hintergrund der Verschiebungen sei eine zunehmende Umstellung auf das Programm der «Initiative Tierwohl», hieß es zur Begründung. Sie besteht nun seit zehn Jahren. Bei der von Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Handel getragenen Initiative bekommen 14.000 teilnehmende Betriebe Preisaufschläge für zusätzliche Tierwohlanforderungen. Abgedeckt werden so bei Rindern 20 Prozent des Marktes, bei Schweinen gut 60 Prozent, bei Geflügel 90 Prozent.

dpa