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Rückgang von Streitfällen bei Reisen in 2025

Effiziente Schlichtung zwischen Reisenden und Unternehmen – weniger Probleme, aber weiterhin Beschwerden im Flugverkehr und bei der Bahn.

Im vergangenen Jahr sind weniger Beschwerden bei der Schlichtungsstelle Reise und Verkehr eingegangen. (Archivbild)
Foto: Boris Roessler/dpa

Im vergangenen Jahr gab es weniger Beschwerden von Fahrgästen und Passagieren bei der Schlichtungsstelle Reise und Verkehr. Laut Geschäftsführerin Sabine Cofalla gingen fast 42.000 Anträge bei der Stelle ein, was etwa 5.600 Fällen weniger entspricht als im Rekordjahr 2024.

In fast neun von zehn angezeigten Konflikten habe die Stelle eine Einigung zwischen Reisenden und Reiseunternehmen erreicht. «Dieser Wert unterstreicht einmal mehr, dass Schlichtung für alle Beteiligten effizient ist», hieß es. 

Im Vergleich zu 2024 war das vergangene Jahr weniger stark von außergewöhnlichen Umständen wie Streiks, Extremwetterlagen oder IT-Ausfällen geprägt. Ebenso sind die Auswirkungen von Personalengpässen und Infrastrukturproblemen zurückgegangen. Dementsprechend gab es weniger Probleme beim Reisen und weniger Konflikte mit den entsprechenden Unternehmen.

Fast 83 Prozent der Beschwerden betreffen Flugreisen

Die meisten Beschwerden betrafen laut Angaben auch im letzten Jahr Flugreisen. Fast 83 Prozent aller Anträge bezogen sich demnach auf den Passagier-Luftverkehr. Allerdings sei auch hier die absolute Zahl an Beschwerden um etwa 3.000 auf 35.000 zurückgegangen. Wie schon in den Vorjahren seien annullierte Reisen, Flugzeitenänderungen oder Verspätungen die Hauptgründe für Konflikte gewesen.

Laut der Schlichtungsstelle bezogen sich knapp 15 Prozent der eingegangenen Anträge auf Reisen mit der Bahn. Die anderen Verkehrsträger machten nur einen sehr geringen Teil der Anträge aus. Zugausfälle und Verspätungen waren demnach auch hier die häufigsten Gründe, um sich an die Schlichtungsstelle zu wenden.

Unsicherheit für Reisende im Frühjahr

Die Stelle erwartet für das kommende Jahr ein ähnlich hohes Beschwerdeaufkommen wie 2025 – vorausgesetzt, es treten nicht erneut viele außergewöhnliche Umstände auf wie zwei Jahre zuvor. Eine große Unsicherheit erwartet Reisende indes gleich im Frühjahr: In wenigen Tagen startet die neue Tarifrunde zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Bis einschließlich Februar gilt zwar eine Friedenspflicht. Danach könnte die Gewerkschaft aber wieder streiken.

Die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr hat im Jahr 2024 ihren Namen geändert. Zuvor hieß sie Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP). Seit 2010 ist sie zuständig für Probleme im Zusammenhang mit Flug-, Bus-, Bahn- und Schiffsreisen. Etwa 400 Verkehrsunternehmen nehmen am Schlichtungsverfahren teil, das sie selbst finanzieren. Konfliktfälle im Bereich Bus- und Schiffsreisen machen regelmäßig den geringsten Anteil aller Fälle aus.

dpa