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Wirecard-Prozess: Kein Urteil in Sicht

Der Prozess um den mutmaßlich größten Betrugsfall in Deutschland seit 1945 wird sich weiterhin hinziehen, ohne dass ein Urteil in Sicht ist. Die Geduld der Beteiligten wird weiterhin auf die Probe gestellt.

Der frühere Wirecard-Vorstandschef Markus Braun im Gerichtssaal, im Hintergrund der Mitangeklagte und Kronzeuge Oliver Bellenhaus.
Foto: Peter Kneffel/dpa

Vor dem 100. Verhandlungstag im Wirecard-Prozess gibt es keine Aussicht auf ein Urteil. Das Landgericht München I eröffnete den Prozess vor 14 Monaten am 8. Dezember 2022, der als mutmaßlich größter Betrugsfall in Deutschland seit 1945 gilt. Es ist jedoch unklar, ob das Verfahren in diesem Jahr abgeschlossen werden kann, wie ein Gerichtssprecher mitteilt.

Von allen Beteiligten wird weiterhin große Geduld verlangt, sowohl von Richtern, Schöffen, Verteidigern und Gutachtern als auch von den drei Angeklagten. Für den heutigen Mittwoch ist die frühere Aufsichtsrätin Anastassia Lauterbach als Zeugin geladen.

Sie muss sich darauf vorbereiten, Fragen zu beantworten, mit denen die Richter bereits andere ehemalige Mitglieder des Kontrollgremiums konfrontiert haben. Hat der Vorstand von Wirecard die Arbeit des Aufsichtsrats und der Wirtschaftsprüfer beeinflusst oder behindert?

Kronzeuge Oliver Bellenhaus

Am 100. Prozesstag könnte jedoch die Entscheidung des Gerichts, den Haftbefehl gegen den Kronzeugen Oliver Bellenhaus nach über dreieinhalb Jahren außer Vollzug zu setzen, zu einem Streit führen. Dadurch bleibt der ehemalige Vorstandschef Markus Braun nun als einziger der drei Angeklagten in Untersuchungshaft.

Brauns Verteidiger Alfred Dierlamm warf der Münchner Justiz nach Bellenhaus‘ Freilassung prompt einen «schmutzigen Deal hinter verschlossenen Türen» vor.  

Nach 14 Monaten zeigt sich, dass bei Wirecard möglicherweise etwas Unrechtes passiert ist. Eine Zeugin, die vor kurzem per Videovernehmung aus Bangkok zugeschaltet wurde, erklärte, dass sie noch nie von Wirecard gehört habe. Allerdings findet sich ihre Unterschrift samt Passkopie in den Firmenunterlagen. Es scheint, dass die Zeugin lediglich als Strohfrau fungierte und nach ihrer Aussage keinerlei eigenes Wissen oder Beteiligung hatte.

Ein japanischer Manager aus Malaysia, der angereist war, nahm im Gerichtssaal sichtlich überrascht zur Kenntnis, dass er angeblich Direktor oder Gesellschafter bei fast hundert Unternehmen im Wirecard-Netzwerk in Singapur gewesen sein soll.

Thomas Eichelmann, der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende, erklärte, dass in einer ad hoc-Nachricht, die von Braun im April 2020 veröffentlicht wurde, die erforderlichen Informationen des Aufsichtsrats fehlten. Ein britischer Manager des US-Unternehmens Visa bestätigte, dass es im Visa-Rechnersystem keine Belege für die in den Wirecard-Unterlagen dokumentierten Kreditkartenzahlungen gibt. Ein früherer Jurist von Wirecard gab an, dass den Compliance-Vorschriften zur rechtstreuen Unternehmensführung im zusammengebrochenen Konzern von 2020 keine allzu große Bedeutung beigemessen wurde.

Kernfrage des Prozesses ungeklärt

Die zentrale Frage des Prozesses bleibt jedoch unbeantwortet: War Vorstandsvorsitzender Braun ein Betrüger oder das Opfer des seit 2020 untergetauchten ehemaligen Vertriebsvorstands Jan Marsalek und seiner Komplizen?

Laut Anklage waren Braun und Mitangeklagte Mitglieder einer Betrügerbande, die nicht vorhandene Milliardenumsätze erdichtet haben soll. Kronzeuge Bellenhaus hat Braun der Mittäterschaft beschuldigt. Die erdichteten Geschäfte sollen laut Anklage im Wesentlichen über die drei «Drittpartner» Al Alam, Payeasy und Senjo verbucht worden sein. Diese Firmen sollen – angeblich im Wirecard-Auftrag – im Mittleren Osten und in Südostasien Zahlungsgeschäft mit Kreditkarten betreut haben. . 

Der ehemalige CEO und seine Anwälte bestreiten nicht, dass bei Wirecard Kriminelle beteiligt waren. Allerdings weisen sie alle Vorwürfe in Bezug auf seine eigene Rolle zurück. Nach Angaben seiner Verteidiger haben Marsalek, Bellenhaus und ihre Komplizen über ein Netzwerk von Schattenfirmen Milliarden aus echten Geschäften abgezweigt, ohne dass Braun davon wusste oder daran beteiligt war. Brauns Anwälte werfen dem Kronzeugen vor, zu lügen, was zu der empörten Reaktion nach Bellenhaus‘ Freilassung führte.

Die Verteidiger von Braun behaupten, dass in Wirklichkeit Marsalek hinter den drei Drittpartnern stand. Der vor kurzem befragte japanische Zeuge bestätigte zumindest dies für Senjo mit Sitz in Singapur und fügte hinzu, dass es in dieser Firmengruppe weder die erforderliche Technologie noch Mitarbeiter für Zahlungsgeschäfte gab.

Der Insolvenzverwalter von Wirecard, Michael Jaffé, hat bisher noch keine Anhaltspunkte für die fehlenden Milliarden gefunden. Es könnte von großer Bedeutung sein, seine Einschätzung der tatsächlichen Zahlungsflüsse zu kennen. Jedoch wird es voraussichtlich noch Monate dauern, bis Jaffé als Zeuge im unterirdischen Gerichtssaal der JVA Stadelheim erscheint. Laut dem Sprecher des Gerichts wird der Insolvenzverwalter voraussichtlich am Ende der Beweisaufnahme vernommen werden.

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„Die Veranstaltung findet am 15. Mai um 18:00 Uhr im Konferenzraum statt. Bitte bringen Sie Ihren Ausweis mit.“ Paraphrasiert: „Die Veranstaltung wird am 15. Mai um 18:00 Uhr im Konferenzraum abgehalten. Bitte haben Sie Ihren Ausweis dabei.“

dpa