Im Jahr 2025 gab es bundesweit nur noch 16.601 Apotheken – ein Rückgang um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Apothekensterben in Deutschland erreicht neuen Tiefstand

Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist auf einen Tiefstand gesunken. Zum Jahresende 2025 gab es bundesweit 16.601 Apotheken, 440 oder 2,6 Prozent weniger als Endes des Vorjahres, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in Berlin mitteilte. «Mittlerweile ist der niedrigste Stand an Apotheken seit fast 50 Jahren erreicht – im Jahr 1977 gab es in Ost- und Westdeutschland zusammen 16.374 Apotheken.»
Seit 2013 habe jede fünfte Apotheke schließen müssen. «Das heißt, dass immer mehr Menschen immer weitere Wege bis zur nächsten Apotheke zurücklegen müssen», sagte ABDA-Präsident Thomas Preis.
Laut ABDA gab es im letzten Jahr 502 Apothekenschließungen und 62 Neueröffnungen. Die Daten stammen aus Berichten der Landesapothekerkammern. Das Apothekensterben hat sich laut den Angaben im Jahr 2025 leicht verlangsamt.
Probleme bei der Nachfolgesuche
Preis kritisierte die Politik: Seit der Umstellung der Arzneimittelpreisverordnung auf das heute fixe Packungshonorar vor 22 Jahren habe es eine einzige Erhöhung gegeben. «Seit der letzten Erhöhung des Festhonorars im Jahr 2013 sind die Kosten in den Apotheken um 65 Prozent gestiegen.» Für immer mehr Apotheken sei ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich.
Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist festgelegt, dass das Apothekenhonorar auf 9,50 Euro erhöht wird. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Bundesregierung die Erhöhung des Fixhonorars bei der laufenden Apothekenreform ausklammert.
Seit einigen Jahren nimmt die Anzahl der Apotheken in Deutschland ab. Die Gründe dafür sind der Kostendruck und Schwierigkeiten bei der Suche nach einem Nachfolger, wenn die Inhaber in den Ruhestand gehen. Aufgrund fehlender Verdienstmöglichkeiten zieht es zudem Menschen in die Industrie oder Krankenhausapotheken.
Versandapotheken wie DocMorris und Shop Apotheke, die auf Bestellungen im Internet setzen, betrachten den Trend weniger dramatisch. Laut einem früheren Papier des europäischen Verbandes der Online-Apotheken EAEP gefährdet der Rückgang der Vor-Ort-Apotheken nicht die Versorgung, da die Schließungen vor allem Gebiete mit hoher Apothekerdichte betreffen.








