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Deutsche Wirtschaft: Pleitewelle hält an

Anstieg der Insolvenzen im Oktober um 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Prognosen für 2027 deuten auf Besserung hin.

Viele Unternehmen müssen in der Wirtschaftskrise aufgeben (Archivbild).
Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Die Insolvenzwelle in der deutschen Wirtschaft hält weiter an. Im Oktober ist die Anzahl der Insolvenzen erneut deutlich gestiegen. Das Statistische Bundesamt meldet für den Monat nach vorläufigen Angaben 6,5 Prozent mehr angemeldete Insolvenzverfahren als im Vorjahreszeitraum.

Die Statistik erfasst die Verfahren erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts. Der Insolvenzantrag wird in der Regel etwa drei Monate zuvor gestellt.

Anstieg um 12 Prozent im August

Im August, als die endgültigen Daten vorlagen, stiegen die Zahlen noch deutlicher an: Die Amtsgerichte meldeten 1.979 beantragte Firmeninsolvenzen – gut 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich auf etwa 5,4 Milliarden Euro, mehr als das Doppelte des Vorjahresmonats (2,3 Mrd. Euro).

Im August gab es unter 10.000 Unternehmen 5,7 Insolvenzen, hauptsächlich in den Bereichen Verkehr und Lagerei, gefolgt von Bauwesen und Gastronomie. Die Anzahl der Verbraucherpleiten stieg gleichzeitig um gut acht Prozent auf 6.132 Fälle.

Höhepunkt der Pleitewelle bald erreicht?

Viele Unternehmen müssen in der anhaltenden Wirtschaftskrise aufgeben. Auskunfteien erwarten in diesem Jahr mehr Firmenpleiten als 2024. Bereits damals gab es laut offiziellen Zahlen einen Höchststand seit 2015 mit 21.812 Fällen.

Die Probleme für Unternehmen sind vielfältig: hohe Energiekosten, umfangreiche Bürokratie, Zurückhaltung der Verbraucher beim Konsum. Außerdem sind die Ausnahmeregeln ausgelaufen, die der Staat zur Abfederung einer Pleitewelle in der Corona-Pandemie eingeführt hatte.

Im kommenden Jahr erwartet der Kreditversicherer Allianz Trade 24.500 Firmeninsolvenzen, was einem leichten Anstieg um ein Prozent entspräche. Die Auswirkungen der Handelskonflikte könnten schon bald die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen auf die Probe stellen, wie es kürzlich in einer Studie hieß.

2027 könnte sich also die Situation in Deutschland verbessern, auch dank der Konjunkturmaßnahmen der Bundesregierung, sagen die Experten. Dann erwartet Allianz Trade einen Rückgang der Insolvenzen um etwa vier Prozent auf 23.500 Fälle.

dpa