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Zahl neu gebauter Wohnungen leicht gesunken

Vor allem in Städten suchen viele Menschen nach bezahlbaren Wohnungen. Doch die Zahl der Fertigstellungen liegt deutlich unter dem von der Bundesregierung ursprünglich angepeilten Ziel.

Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen hat sich seit dem Jahr 2021 kaum verändert.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Der Wohnungsbau in Deutschland hat im letzten Jahr trotz des hohen Bedarfs, insbesondere in Ballungsräumen, nicht Fahrt aufgenommen. Die Anzahl von 294.400 fertiggestellten Wohnungen war jedoch besser als erwartet.

Laut dem Statistischen Bundesamt ist die Anzahl der gebauten Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent gesunken. Die Anzahl der Fertigstellungen hat sich seit 2021 kaum verändert. Das Ziel der Bundesregierung, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu schaffen, wurde deutlich verfehlt. Es wurde jedoch befürchtet, dass die Anzahl auf 215.000 bis 270.000 Wohnungen sinken würde.

https://x.com/destatis/status/1793528826502525103

Bauvorhaben sind in den letzten zwei Jahren aufgrund des deutlichen Anstiegs der Kreditzinsen und der Baukosten erheblich teurer geworden. Insbesondere im Wohnungsbau wurden viele Projekte deshalb verschoben oder abgesagt. Die Branche beklagt einen Mangel an neuen Aufträgen und die Stornierung bereits geplanter Projekte.

Viele der Fertigstellungen des Vorjahres dürften noch auf Genehmigungen zurückzuführen sein, die in den Jahren bis 2022 unter deutlich besseren Rahmenbedingungen beantragt und erteilt worden seien, erläuterte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie. «Unterm Strich bleibt allerdings: Auch im Vorjahr wurden weniger Wohnungen gebaut, als es der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum eigentlich erfordert», sagte Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller.

Weniger Baugenehmigungen

Seit Monaten geht es auch bei den Baugenehmigungen bergab. Der Bauindustrieverband ging zuletzt davon aus, dass im laufenden Jahr nur 220.000 bis 230.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Verbände der Bau- und Immobilienbranche dringen angesichts des Wohnungsmangels gerade in Ballungsräumen auf mehr staatliche Förderung.

Der Immobilienverband ZIA schätzt die Neubaulücke in Deutschland auf 600.000 Wohnungen und warnt davor, dass dieser Wert ohne Korrekturen bis zum Jahr 2027 auf bis zu 830.000 Wohnungen steigen könnte.

Viele Bauprojekte kamen im letzten Jahr nicht voran. Ein Grund dafür dürfte der Mangel an Fachkräften sein. Die Zeitspanne von der Genehmigung bis zur Fertigstellung verlängerte sich bei den 2023 fertiggestellten Wohngebäuden auf 24 Monate, erklärten die Statistiker.

Die Zahlen enthalten sowohl die Fertigstellungen neuer Gebäude als auch Bauarbeiten an bestehenden Gebäuden. Von den 257.200 waren Neubauwohnungen. 69.900 Wohnungen waren Einfamilienhäuser, was einem Rückgang von 9,3 Prozent entspricht. Die Anzahl neuer Wohnungen in Zweifamilienhäusern stieg hingegen um 3,8 Prozent auf 23.800. In Mehrfamilienhäusern wurden 156.300 Neubauwohnungen errichtet, was einem Anstieg von 4,1 Prozent oder 6100 mehr als im Vorjahr entspricht.

dpa