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Zu viele junge Leute ohne Arbeit, Aus- oder Weiterbildung

Zu einem erfüllten Leben gehört menschenwürdige Arbeit. In vielen Weltregionen ist das für junge Leute schwer erreichbar – das zeigt ein Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation.

In vielen Ländern gibt es nicht genügend Arbeitsplätze für junge Leute. (Archivbild)
Foto: Gustavo Garello/AP/dpa

Laut einem Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ist jeder fünfte junge Mensch weltweit weder in Beschäftigung noch in Aus- oder Weiterbildung. Die UN-Organisation in Genf berichtet, dass der Anteil zu hoch ist. Zwei Drittel der Betroffenen sind junge Frauen.

«Friedliche Gesellschaften beruhen auf drei Kernbestandteilen: Stabilität, Einbeziehung aller und soziale Gerechtigkeit», sagte ILO-Generaldirektor Gilbert Houngbo. «Menschenwürdige Arbeit für die Jugend ist das Herzstück für alle drei.» 

Der Anteil derer ohne Beschäftigung, Aus- oder Weiterbildung lag dem ILO-Bericht zufolge 2023 bei den 15- bis 24-Jährigen weltweit bei 20,4 Prozent. Er verbesserte sich seit Beginn der Erhebungen 2005 nur um drei Prozentpunkte. Die Kategorie heißt bei der ILO «NEET»: not in employment, education or training (weder in Beschäftigung, Ausbildung oder Weiterbildung).

Arbeitslosigkeit sinkt

Die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe sinkt spezifisch. „13 Prozent Arbeitslose waren es im vergangenen Jahr, so wenig wie nie seit Beginn der Erhebungen.“ Betroffen waren 64,9 Millionen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren. In dieser Statistik sind jedoch nur diejenigen berücksichtigt, die aktiv Arbeit suchen.

Der Unterschied zwischen den Regionen ist beträchtlich. Laut der ILO hatten junge Leute in den USA und Teilen Europas kaum Probleme, eine Anstellung zu finden, während in den arabischen Ländern sowie in Ost- und Südostasien das Gegenteil der Fall war. In vielen Ländern herrscht Arbeitsmangel.

Viele junge Menschen fürchten um ihren Job

Viele junge Leute seien besorgt. Zwei Drittel fürchteten, ihren Job zu verlieren. Junge Leute seien oft mit befristeten Verträgen beschäftigt, und sie würden in Krisenzeiten als Erste gekündigt. «Das zeigt, dass mit unseren Arbeitsmärkten etwas nicht stimmt», sagte Houngbo.

Die ILO fordert ihre 187 Mitgliedsländer auf, mehr Ausbildungsplätze bereitzustellen und sicherzustellen, dass die jungen Menschen das erlernen, was auf dem Arbeitsmarkt benötigt wird.

dpa