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Führungskräfte-Mangel in Deutschland steigt weiter an

Studie zeigt: Im Jahr 2025 fehlen durchschnittlich 28.180 Fachkräfte in Führungsberufen, was große Folgen für Unternehmen hat.

Die Hälfte der Unternehmen gab in einer Umfrage 2023 an, die Besetzung von Führungspositionen würde immer schwieriger.
Foto: Hannes P Albert/dpa

Zahlreiche Firmen in Deutschland haben Schwierigkeiten, Führungspositionen zu besetzen. Im Jahr 2025 fehlten im Durchschnitt 28.180 Fachkräfte in Führungsberufen. Das zeigt eine Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) am arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft. «Dies ist für viele Unternehmen ein Problem, da Vakanzen in Führungspositionen häufig besonders große Folgen für die Geschäftsprozesse haben», sagt Studienautorin Regina Flake.

Die Ursache liegt in der geringen Bereitschaft vieler Berufstätiger. Gemäß einer repräsentativen Umfrage unter gut 3.100 Arbeitnehmern ohne Führungsposition kann sich nur jeder Siebte vorstellen, eine Führungsrolle zu übernehmen, wenn der Arbeitgeber dies anbietet (14 Prozent). Weitere 40 Prozent würden dies nur unter bestimmten Bedingungen in Betracht ziehen, während 43 Prozent Führungsaufgaben ablehnen. Bei Männern ist die Bereitschaft tendenziell etwas höher.

Die Gründe sind vielfältig. Am häufigsten schrecken laut Umfrage hohe Arbeitsbelastung (77 Prozent), große Verantwortung (75 Prozent) und Einschnitte ins Privatleben (73 Prozent) ab. Auch geringe finanzielle Anreize und der mögliche Verlust guter Beziehungen zu Kollegen spielen eine Rolle (je 48 Prozent). «Die Attraktivität von Führungsaufgaben nimmt ab, weil sich ihre Wahrnehmung verschoben hat – weg von Status und Privilegien», sagt Flake. «Ein Führungsangebot wird nicht automatisch als Belohnung wahrgenommen.»

Was Firmen tun können

„Für Mitarbeiter, die Interesse an Führungsverantwortung haben, ist ein hohes Gehalt der wichtigste Anreiz (95 Prozent). Häufig genannt werden auch größere Gestaltungsspielräume und mehr Entscheidungsfreiheit (85 Prozent). Viele legen Wert darauf, ihren eigenen Führungsstil entwickeln zu können.“

Laut Expertin Flake kann das Problem allein durch höhere Gehälter nicht gelöst werden. Es sei wichtig, dass Führung so gestaltet wird, dass sie mit dem Privatleben vereinbar ist. Besonders Frauen und Teilzeitbeschäftigte würden motiviert, wenn Führungspositionen flexibel ausgeübt werden können, beispielsweise in Teilzeit oder im Homeoffice.

Stellvertretende Leitungspositionen, Mentoring und Coaching könnten den Einstieg erleichtern und die Bereitschaft erhöhen, Verantwortung zu übernehmen, sagt Flake. «Viele Beschäftigte schrecken vor Führung zurück, weil sie einen Sprung ins kalte Wasser befürchten.» 

Lücke hat sich seit 2015 verdoppelt

Der Mangel an Führungskräften ist kein neues Phänomen. Im Jahr 2015 betrug die Fachkräftelücke noch etwa 14.000, im Jahr 2022 erreichte sie mit 34.600 ihren Höchststand. Seitdem ist ein Rückgang zu verzeichnen, ähnlich wie in anderen Berufen. Trotzdem sind nach wie vor viele Unternehmen betroffen.

Laut einer Umfrage im Jahr 2023 gab die Hälfte der Unternehmen an, dass sie zunehmend Schwierigkeiten bei der Besetzung von Führungspositionen haben.

Die Daten zu Fachkräften in diesem Bereich erfassen nicht alle offenen Stellen. Laut Kofa sind darin nur leitende Führungskräfte enthalten, die hauptsächlich führen. Unternehmen melden offene Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit nicht immer als Führungsposition. Wenn beispielsweise Teamleiter gesucht werden, die neben ihrer Facharbeit auch Führungsaufgaben übernehmen, kann es vorkommen, dass der Fachberuf angegeben wird.

dpa