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Zustand des Schienennetzes hat sich weiter verschlechtert

Das Schienennetz in Deutschland ist in einem schlechten Zustand. Wie genau es um die Transportwege steht, wird im neusten Bericht der Deutschen Bahn deutlich.

Eine Baustelle für ein neues Gleis. Wie steht es um das bestehende Gleisnetz?
Foto: Patrick Pleul/dpa

Im Jahr 2022 hat sich der Zustand des deutschen Schienennetzes, der für viele Verspätungen verantwortlich ist, weiter verschlechtert. Laut dem neuesten Netzzustandsbericht, den die neue Bahn-Gesellschaft InfraGo kürzlich veröffentlicht hat, vergibt die Deutsche Bahn ihrer eigenen Infrastruktur eine Note von 3,01. Im Vorjahr lag die Note bei 2,93. Es liegen noch keine Werte für 2023 vor.

Mehr als die Hälfte des bewerteten Netzportfolios habe sich im mittelmäßigen, schlechten oder mangelhaften Zustand befunden, heißt es in dem Bericht. «Der Zustand der Schieneninfrastruktur hat sich in den vergangenen Jahren verschlechtert, da nicht ausreichend Mittel zur Verfügung standen, um genügend Anlagen zu erneuern», schreibt InfraGo-Chef Philipp Nagl.

Die Strecken mit höchster Auslastung, die für Stabilität und Pünktlichkeit im gesamten Netz besonders wichtig sind, waren besonders anfällig. Dieser Teil der Infrastruktur umfasst etwa 3500 Streckenkilometer, was etwa zehn Prozent des gesamten Streckennetzes entspricht. Die Bahn vergibt für diesen Bereich nur eine Note von 3,15. Insbesondere Gleise und Weichen sind dort in einem schlechteren Zustand als im übrigen Netz. Mehr als ein Viertel der Gleise müsste mittelfristig erneuert werden.

Die Bahn plant, die Probleme in den kommenden Jahren durch die Generalsanierung von Dutzenden hochbelasteten Strecken anzugehen. Der Start erfolgt im Juli auf der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim. Für einen Zeitraum von etwa fünf Monaten wird die Strecke vollständig gesperrt und einer grundlegenden Modernisierung unterzogen. Im darauf folgenden Jahr ist die Strecke Berlin-Hamburg an der Reihe.

Da die Infrastruktur sanierungsbedürftig war, war die Pünktlichkeit der Bahn im letzten Jahr so schlecht wie seit vielen Jahren nicht. Etwa jeder dritte Fernzug war verspätet.

dpa