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Spezialeinsatzkommando überwältigt Frau im Aachener Krankenhaus

SEK überwältigt 65-jährige Frau nach stundenlanger Verschanzung im Luisenhospital. Einsatzkräfte evakuieren Bereich und verletzen die Frau.

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Foto: ---/dpa-Infografik/dpa

Eine 65-jährige Frau hat am Abend im Aachener Luisenhospital ein Großaufgebot von Polizei und Feuerwehr stundenlang in Atem gehalten. Sie hatte sich aus bislang noch ungeklärten Gründen in einem Raum verschanzt – ob zusammen mit möglichen Opfern oder bewaffnet, konnte die Polizei lange Zeit nicht beantworten.

Gegen 23.00 Uhr gelang es einem Spezialeinsatzkommando (SEK), die 65-Jährige schließlich zu überwältigen. Beim Zugriff wurde sie verletzt, wie der Sprecher der Aachener Polizei, Andreas Müller, nach dem Einsatz mitteilte. Nach Angaben einer Sprecherin der Polizei Köln seien nach ersten Erkenntnissen keine weiteren Personen zu Schaden gekommen.

Die Reporter der dpa sahen, wie die Frau auf einer Krankentrage aus der Klinik geschoben wurde, unter einer Wärmefolie zugedeckt. Sie wurde noch vor Ort in einem Krankenwagen medizinisch versorgt.

Feuer in der Klinik

Die Einsatzkräfte wurden auf den Vorfall aufmerksam, nachdem gegen 17.00 Uhr eine Nachricht über einen Brand im Luisenhospital bei der Aachener Feuerwehr eingegangen war. Erst am späten Abend meldete die Stadt Aachen, dass das Feuer im Bettenbereich der Klinik gelöscht werden konnte.

Demnach sind insgesamt fast 400 Leute vor Ort gewesen. Die Notfallseelsorge sei mit elf Personen vertreten gewesen. 73 betroffene Personen aus dem Luisenhospital seien betreut worden. «Vier Personen aus der Intensivstation müssen in andere Krankenhäuser transportiert werden», teilte die Stadt mit. 270 Patienten hätten im Krankenhaus bleiben können. 

In den Stunden vor dem Zugriff konnte man beobachten, wie der Klinikbetrieb hinter dem schmiedeeisernen Gitter der weiträumig abgesperrten Klinik zumindest teilweise fortgesetzt wurde. In den Fenstern des Krankenhauses brannte noch Licht; Mitarbeiter in weißen Kitteln eilten über den Krankenhaus-Parkplatz. Blaue Blitze von Polizeiautos zuckten durch den nachtschwarzen Himmel.

SEK schwer bewaffnet und Hubschrauber im Einsatz

Der Bereich der Klinik in unmittelbarer Nähe der Frau wurde sofort geräumt. „Patienten und auch das Personal wurden in Sicherheit gebracht“, berichtete Müller. Das SEK war stark bewaffnet im Einsatz, zeitweise kreiste ein Hubschrauber über dem Krankenhaus.

Es gab immer wieder Spekulationen über eine potenzielle Geiselnahme, die jedoch von der Polizei nicht bestätigt wurde. Das Motiv der Frau war zunächst unbekannt.

Müller berichtete, dass überprüft werde, ob es einen Zusammenhang mit einem Wohnungsbrand am selben Tag in Eschweiler gebe. In Eschweiler hatte ein Feuer am Nachmittag eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus vernichtet, wobei keine Personen zu Schaden kamen.

Straßensperrungen und Einschränkungen im Bahnverkehr

Die Kölner Polizei hatte am frühen Abend die Informationshoheit übernommen. «Es kommt zu Straßensperrungen und Einschränkungen des Bahnverkehrs. Meiden Sie den Bereich weitläufig», warnte die Polizei via X (früher Twitter). 

Im Westen der Stadt wurde vorsichtshalber ein Streckenabschnitt der Bahn gesperrt. «Züge warten an geeigneten Bahnhöfen», teilte die DB Regio auf der Plattform X mit. Verspätungen, Teilausfälle und kurzfristige Änderungen im Zugverlauf seien möglich. Die Fahrgäste wurden aufgefordert, ihre Reiseverbindungen zu prüfen. Es sei unklar, wie lange der Einsatz dauern werde.

Das Krankenhaus am Rand des Zentrums wird von einem evangelischen Verein betrieben. Es werden laut eigenen Angaben in 15 Kliniken Patienten mit verschiedenen Krankheitsbildern behandelt.

dpa