Der Blitzermarathon im Frühjahr hat mittlerweile eine jahrelange Tradition – einige Bundesländer schwören auf den Lehreffekt. Andere halten das Ganze für überflüssig und wenig hilfreich.
Achtung, Radarfalle: Blitzermarathon in acht Bundesländern

In mehreren Bundesländern müssen Autofahrer heute besonders auf Blitzgeräte am Straßenrand achten: Die Polizei führt in Bayern, Brandenburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Hessen, Hamburg und Baden-Württemberg schwerpunktmäßig Geschwindigkeitskontrollen durch. Die Tempomessungen sind Teil des Blitzermarathons, mit dem die Polizei Raserei als eine der Hauptunfallursachen bekämpfen will.
Das bayerische Innenministerium plant, mit 2000 Polizistinnen und Polizisten sowie kommunalen Mitarbeitern an bis zu 1500 Messpunkten aktiv zu werden. Insgesamt wird in Deutschland von Tausenden Radarfallen ausgegangen.
«Zu hohe und nicht angepasste Geschwindigkeit ist eine der Hauptursachen für schwere Verkehrsunfälle. 125 Menschen sind im vergangenen Jahr auf Bayerns Straßen bei Geschwindigkeitsunfällen ums Leben gekommen», sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).
«Diese schlimmen Schicksale wären vermeidbar gewesen. Unser Blitzmarathon soll deshalb wachrütteln, sich unbedingt an die Tempolimits zu halten. Es geht uns nicht darum, möglichst viele Bußgeldbescheide zu verschicken», betonte der Politiker.
Meinungen über Effektivität gehen auseinander
Allerdings ist die Auffassung über die Wirkung solcher Aktionen geteilt. Berlin, Bremen, das Saarland und Sachsen verzichten auf eine Teilnahme. In Berlin wurde argumentiert, die Auswirkung früherer Aktionen sei kaum messbar gewesen. In Baden-Württemberg ist man dagegen von der Sinnhaftigkeit der Kontrollaktion mit insgesamt mehreren Tausend Polizisten überzeugt: «Bereits wenige Stundenkilometer zu schnell können über Leben und Tod entscheiden», heißt es aus dem dortigen Innenministerium.
Im letzten Jahr wurden in Bayern 8690 Geschwindigkeitssünder erwischt, obwohl die Messpunkte im Voraus bekannt gegeben wurden, wie das Innenministerium mitteilte. Der Höchstwert wurde von einem Autofahrer auf einer Staatsstraße bei Freising erreicht – er wurde mit 155 Stundenkilometern statt der erlaubten 60 gemessen.








