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Adjuvante Chemotherapie – was genau ist das?

Prinzessin Kate bekommt vorsorglich eine Chemotherapie. Doch wie funktioniert das? Und wie sind die Heilungschancen?

Bei einer Chemotherapie sollen Medikamente verhindern, dass Krebszellen sich teilen und somit vermehren.
Foto: Matthias Balk/dpa

Prinzessin Kate (42) hat in einer Videobotschaft erklärt, dass Tests nach ihrer Bauch-Operation ergaben, dass Krebs vorhanden war. Auf Anraten ihres Ärzteteams erhält sie nun vorsorglich eine Chemotherapie.

Eine Chemotherapie ist eine medikamentöse Behandlung gegen Krebs. Eine adjuvante Chemotherapie wird in der Regel nach der Tumor-Entfernung durchgeführt, um möglicherweise im Körper verbleibende Krebszellen zu eliminieren und das Risiko eines Rückfalls zu reduzieren.

Die Medikamente, die bei einer Chemotherapie verwendet werden, meist als Infusion oder Tablette verabreicht, werden als Zytostatika bezeichnet. Ihr Ziel ist es, Krebszellen am Teilen zu hindern und so ihr unkontrolliertes Wachstum zu stoppen. Zusätzlich oder alternativ zur Chemotherapie können Strahlen- oder Immuntherapie eingesetzt werden.

Auch gesunde Körperzellen betroffen

In der Regel gibt es mehrere aufeinander folgende Behandlungszyklen, oft vier bis sechs – der genaue Ablauf hängt unter anderem von den verwendeten Substanzen und dem Gesundheitszustand des Patienten oder der Patientin ab. Die gesamte Behandlung mit Zytostatika kann sich über mehrere Monate erstrecken.

Es ist unmöglich, eine allgemeine Aussage über die Heilungschancen durch Chemotherapie zu treffen, da sie von verschiedenen Faktoren wie Art des Krebses, Stadium des Tumors, Reaktion des Körpers und Alter des Patienten abhängen.

Das Hauptproblem bei der Verwendung von Zytostatika ist, dass sie nicht nur auf Tumorzellen, sondern auch auf gesunde Körperzellen wirken. Besonders betroffen sind Zellen, die sich häufig teilen, wie z.B. Zellen der Haarwurzeln, der Schleimhäute im Mund und Darm sowie des blutbildenden Systems.

Das kann zu Nebenwirkungen führen wie Haarausfall, Übelkeit, Schleimhautentzündungen zum Beispiel im Mund, Müdigkeit und Erschöpfung durch zu wenig rote Blutkörperchen und erhöhter Infektanfälligkeit durch zu wenig weiße Blutkörperchen. Nicht jede Chemotherapie geht mit vollständigem Haarverlust einher. Nach Ende der Therapie wachsen die Haare jeweils wieder nach.

Patientinnen und Patienten in der Krebsmedizin gelten in der Regel als geheilt, wenn der Krebs auch nach fünf Jahren nicht zurückgekehrt ist. Ein Rückfall ist zwar möglich, wird aber bei den meisten Tumorarten immer unwahrscheinlicher.

dpa