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Alarmierende Entwicklungen: Steigende Temperaturen in Deutschlands Gewässern

Hohe Temperaturen setzen Deutschlands Flüssen stark zu und führen zu besorgniserregenden Wassertemperaturen. Besonders betroffen sind langsame Flüsse wie Main und Oder, während die Donau trotz Gletscherwasser an die 30-Grad-Marke stößt.

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Jedes Grad macht es schlimmer: Was hohe Temperaturen in Deutschlands Flüssen anrichten
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Die Wassertemperaturen in den Flüssen Deutschlands haben an heißen Tagen, insbesondere Ende Juni, besorgniserregende Höhen erreicht. Selbst Gewässer, die von kälterem Gletscherwasser gespeist werden, sind von dieser Entwicklung betroffen. Ein Überblick über die Situation der Flüsse:

Aktuelle Temperaturen in den großen Flüssen Deutschlands

Rhein, Elbe, Donau, Weser und Main zeigen alarmierende Wassertemperaturen. An der Oder und am Main wurden zeitweise Werte von bis zu 30 Grad Celsius registriert. Auch die Donau, die teilweise von kaltem Gletscherwasser profitiert, näherte sich diesen Werten. „Die Wassertemperaturen erreichen ein Niveau, das einem Angst macht“, erläutert Gewässerökologin Eva-Barbara Meidl von der Wasserwirtschaft der Regierung von Unterfranken in Würzburg. An der Messstation in Koblenz wurden Ende Juni fast 30 Grad Celsius gemessen. Prognosen gehen davon aus, dass die Wassertemperatur des Rheins bis zum Ende des Jahrhunderts um bis zu 4,2 Grad Celsius steigen könnte, wie aus einer Analyse der Bundesanstalt für Gewässerkunde hervorgeht.

Unterschiedliche Auswirkungen auf die Flüsse

Die Auswirkungen der Erwärmung sind je nach Wasservolumen, Fließgeschwindigkeit und Zuflüsse von warmem Wasser unterschiedlich. „Langsam fließende und flachere Flüsse erwärmen sich generell stärker“, erklärt Marieke Frassl vom Referat Mikrobielle Ökologie bei der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz. Besonders in Flüssen mit vielen Staustufen, wie dem Main, wird das Wasser schneller warm als in der Donau.

Alle großen Flüsse sind von dieser Erwärmung betroffen, wie Markus Weitere, Leiter der Abteilung Fließgewässerökologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Magdeburg, anmerkt. Er warnt, dass mit Hitzewellen das Risiko einer plötzlichen Verschlechterung der Wasserqualität ansteigt, was sich in Fischsterben oder dem massenhaften Auftreten von Algen äußern kann.

Folgen für die aquatische Lebenswelt

Die hohen Temperaturen stellen ein ernsthaftes ökologisches Problem dar. Gewässerökologin Meidl erklärt: „Wenn sich diese Bedingungen über längere Zeit fortsetzen, können viele Tiere sterben.“ Forellen, Zander und Hechte bevorzugen kühlere Wassertemperaturen, während karpfenartige Fische und Welse höhere Temperaturen tolerieren. Fischökologe Christian Wolter vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin erläutert, dass viele Flussfischarten bei 30 Grad Celsius an ihr Limit stoßen.

Zusätzlich beeinflussen die hohen Temperaturen den Sauerstoffgehalt des Wassers. Mit steigenden Temperaturen nimmt die Sauerstofflöslichkeit ab, was für Fische und andere Organismen kritisch werden kann. Wolter hebt hervor: „Bei einer Temperaturzunahme um zehn Grad verdoppelt bis verdreifacht sich die Stoffwechselrate wechselwarmer Tiere.“ Gleichzeitig kann ein übermäßiges Algenwachstum auftreten, gefolgt von einem massiven Absterben der Algen, was den Sauerstoff weiter reduziert.

Maßnahmen zur Verbesserung der Situation

Obwohl der globale Temperaturanstieg nicht durch lokale Maßnahmen gestoppt werden kann, können gezielte Renaturierungen helfen, kühlere Rückzugsräume zu schaffen. Frassl betont, dass solche Maßnahmen mikroklimatische Effekte haben können, die wichtig für die Anpassung der Flüsse an die klimabedingte Erwärmung sind. Markus Weitere fordert langfristige strukturelle Maßnahmen, die die Resilienz der Gewässer erhöhen, wie die Schaffung von Uferbewuchs oder die Revitalisierung von Feuchtgebieten, die als Rückzugsorte für Tiere dienen.

Verhaltensweisen von Freizeitnutzern

Gewässerökologin Meidl appelliert an Bootsfahrer und Badegäste, Rücksicht auf die empfindlichen Gewässer zu nehmen. Paddler sollten darauf achten, am Ufer kein Sediment aufzuwirbeln, da dies Bakterien und Pilze aktivieren kann, die Sauerstoff verbrauchen. Öffentliche Badestellen sind weniger problematisch, da sich dort kaum Fische aufhalten, während ruhigere Flussabschnitte besser gemieden werden sollten, da Fische diese als Rückzugsorte nutzen.


Quellen: n-tv

TS