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Altersstandardisierte Krebsmortalität in Deutschland sinkt

Das Statistische Bundesamt vergleicht die Situation bei Krebs mit der vor 20 Jahren – und sieht viele positive Trends. Doch Krebs bleibt zweithäufigste Todesursache – vor allem wegen einer Variante.

Das Bild zeigt einen Computertomographen.
Foto: Patrick Pleul/dpa

Laut einer Analyse des Statistischen Bundesamts zum Weltkrebstag am 4. Februar führt Krebs in Deutschland derzeit bei jüngeren und mittleren Menschen seltener zum Tod als vor 20 Jahren – obwohl insgesamt die Anzahl der an Krebs Verstorbenen steigt.

Demnach sind bundesweit 230.400 Menschen im Jahr 2024 an Krebs gestorben – das waren zehn Prozent mehr als im Jahr 2004. «Der Anstieg ist vor allem auf die Alterung der Gesellschaft zurückzuführen», berichten die Statistiker. Das zeige die «altersstandardisierte» Zahl der Krebstodesfälle: 2024 kamen demnach auf 100.000 Einwohner 273,5 Krebstote. 20 Jahre zuvor waren es noch 322,4.

Bessere Behandlungsmethoden, mehr Früherkennung

Die Sterblichkeit aufgrund von Krebs ging laut Bundesamt in nahezu allen Altersgruppen zurück. «Ursachen für den Rückgang der Sterblichkeit dürften verbesserte Behandlungsmethoden, Möglichkeiten zur Früherkennung und Prävention sein», so das Team Gesundheitsstatistiken.

Es gibt jedoch zwei Ausnahmen: bei den seltenen Fällen, in denen 5- bis 9-Jährige erkranken, und bei Menschen über 90 Jahre. In diesen beiden Altersgruppen war die Anzahl der Todesfälle aufgrund von Krebs etwas höher als 20 Jahre zuvor.

Krebs war auch im Jahr 2024 die zweithäufigste Todesursache

«Krebs ist daher – anteilig betrachtet – auch seltener die Todesursache als früher», führten die Wiesbadener Statistiker aus: «Der Anteil der an Krebs Verstorbenen an den Todesfällen insgesamt sank von 25,6 Prozent im Jahr 2004 auf 22,9 Prozent im Jahr 2024.» 

Im Jahr 2024 war Krebs trotzdem die zweithäufigste Todesursache, nur an Herz-Kreislauf-Erkrankungen starben mehr Menschen. Die häufigste Ursache für krebsbedingte Todesfälle war Lungen- und Bronchialkrebs. Dies verursachte ein Fünftel aller krebsbedingten Todesfälle im Jahr 2024 (45.100 Todesfälle). Danach kamen Darmkrebs (23.600 Todesfälle), Bauchspeicheldrüsenkrebs (19.500 Todesfälle), Brustkrebs (18.700 Todesfälle) und Prostatakrebs (15.500 Todesfälle).

Weniger Krankenhausbehandlungen 

Im Jahr 2024 wurden etwa 1,45 Millionen Patienten aufgrund einer Krebserkrankung im Krankenhaus behandelt, was einem Rückgang von 5,6 Prozent im Vergleich zu 2004 entspricht.

Besonders oft werden Personen im Alter von 60 bis 79 Jahren aufgrund von Krebs in Krankenhäuser eingewiesen. Im Jahr 2024 war mehr als die Hälfte aller Krebspatienten in dieser Altersgruppe. Ein Fünftel der Krebspatienten war 80 Jahre oder älter. Nur etwas mehr als fünf Prozent waren unter 40 Jahre alt.

dpa