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Amoklauf in Prag: Untersuchung sieht keine Polizei-Fehler

Nach der Schusswaffenattacke an der Prager Karls-Universität stellte sich die Polizei der Frage, ob fehlerhaft gehandelt wurde. Es gab viel Kritik an der Polizei. Ist diese gerechtfertigt?

Die Titelseiten tschechischer Tageszeitungen nach der tragischen Schusswaffenattacke an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität.
Foto: Šulová Kateøina/CTK/dpa

Eine interne Untersuchung der tschechischen Polizei hat keine Fehler beim Einsatz gegen den Schützen festgestellt, der an der Prager Karls-Universität einen Amoklauf verübt hat. Der Leiter der Innenrevision, Michal Tikovsky, sagte, dass die beteiligten Beamten schnell und professionell gehandelt haben. Es sind knapp drei Wochen seit dem Vorfall vergangen.

Am 21. Dezember hatte ein Student an der geisteswissenschaftlichen Fakultät in der Nähe der Karlsbrücke bei einem Schusswaffenangriff 14 Menschen getötet. 25 Personen wurden verletzt, von denen derzeit acht weiterhin im Krankenhaus behandelt werden.

Es wurde nun berichtet, dass der Schütze sich selbst erschossen habe, als er bereits im Visier eines Scharfschützen war. Das Motiv wird weiterhin von den Ermittlungen untersucht.

Fehleinschätzung?

Tikovsky gab zu, dass nach dem Schützen bereits vor der Tat an der Uni gefahndet wurde, nachdem er zu Hause seinen Vater getötet hatte. Die Polizei ging jedoch zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass er suizidale Absichten habe und eine Vorlesung in einem anderen Unigebäude besuchen würde. Vorher gab es Kritik in den Medien darüber, dass die Gebäude der Fakultät nicht sofort alle vorsorglich geräumt wurden.

Der tschechische Polizeipräsident Martin Vondrasek hat angekündigt, dass aus dem Einsatz mehrere Lehren gezogen werden sollen. Dazu gehört unter anderem die Verbesserung der Ausbildung normaler Streifenpolizisten in Einsatztaktik und Schusswaffengebrauch. Des Weiteren sollen die Informationssysteme der Polizei miteinander verknüpft, die Analysefähigkeiten gestärkt und die Krisenkommunikation verbessert werden.

Laut den Informationen laufen strafrechtliche Ermittlungen gegen 93 Verdächtige unter anderem wegen der Zustimmung zu dem brutalen Angriff in den sozialen Medien und Drohungen, diesen nachzuahmen. Nach dem Schusswaffenangriff beging Tschechien kurz vor Weihnachten einen Tag der Staatstrauer, um den Opfern zu gedenken.

dpa