Vier Frauen starben bei dem schweren Busunfall nahe Leipzig. Jetzt steht auch die Identität des vierten Opfers fest. Unterdessen entbrennt die Diskussion über die Anschnallpflicht in Reisebussen.
Viertes Todesopfer nach Busunfall auf A9 identifiziert

Etwa eine Woche nach dem schweren Busunfall auf der A9 bei Leipzig wurde auch die Identität des vierten Todesopfers bestätigt. Laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig, Ricardo Schulz, handelt es sich um eine 43-jährige Frau aus der Ukraine. Der Doppeldecker-Flixbus mit 54 Passagieren war am vergangenen Mittwoch auf der Autobahn 9 von der Fahrbahn abgekommen und umgekippt. Vier Frauen verloren ihr Leben, darunter eine 47-jährige Polin, eine 20-jährige Indonesierin mit Wohnsitz in Berlin und eine 19-jährige aus Bayern. 30 weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt.
Gegen den Busfahrer ermittelt die Staatsanwaltschaft. Dem 62-Jährigen werden fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Ob der Mann schon vernommen wurde, konnte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht sagen. Auch zur Unfallursache konnte er noch keine konkreteren Angaben machen. «Es wird alles auf den Kopf gestellt», betonte Schulz.
Der schwere Unfall hat auch die Diskussion um die Anschnallpflicht in Reisebussen neu entfacht. Diese ist nach Einschätzung des Verbandes der Mitteldeutschen Omnibusunternehmen aber nur schwer durchzusetzen. Zwar würden die Fahrer bei Fahrtantritt und nach Pausen darauf hinweisen, und es gebe Hinweisschilder an den Plätzen, sagte Verbandschef Mario König am Dienstag «MDR Aktuell». Eine Kontrolle sei für den Busfahrer aber schlichtweg nicht machbar.
Ein Polizeisprecher in Dresden fügte hinzu, dass es schwieriger sei, Gurtverweigerer im Bus zu überführen. Die Kontrolle erfolgt in der Regel visuell, wenn man vorbeifährt. Auch die technischen Möglichkeiten sind begrenzt. Ein Sensor für nicht angelegte Gurte, wie er häufig in modernen Autos eingebaut ist, wäre zwar theoretisch möglich, würde jedoch bei jedem Toilettengang des Fahrgastes Alarm auslösen. Daher ist diese Technologie, wie auch in Flugzeugen, nicht praktikabel.
Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig sagte am Dienstag auf Nachfrage, dass auch untersucht werde, ob die Reisenden im Bus angeschnallt waren.








