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Anwalt: Christina Block ließ Kinder nicht aus Dänemark holen

Der Fall der Unternehmerin Christina Block beschäftigt die Gerichte. Die Kinder leben in Dänemark bei ihrem Vater, von dort hatten Unbekannte sie nach Hamburg geholt. Nun meldet sich Blocks Anwalt.

Christina Block streitet seit Jahren um das Sorgerecht für zwei ihrer vier Kinder.
Foto: Georg Wendt/dpa

Im Sorgerechtsstreit um zwei Kinder der Unternehmerin Christina Block hat der Anwalt der Hamburgerin eine Beteiligung seiner Mandantin an der gewaltsamen Rückholaktion in der Silvesternacht bestritten. «Entgegen einiger Behauptungen hat sie zu keinem Zeitpunkt dritten Personen einen Auftrag erteilt, ihre geliebten Kinder mit Gewalt aus Dänemark nach Hamburg zu verbringen», teilte Rechtsanwalt Otmar Kury in Hamburg mit.

Christina Block sei eine «absolut rechtstreue Persönlichkeit». Es werde nun aufgeklärt werden müssen, wer den Auftrag erteilt oder selbst gehandelt haben könnte. Eine Reihe von Menschen hätten der Mutter immer wieder Hilfe angeboten. Block ist die Tochter des Gründers der Restaurantkette Block House.

Hintergrund

Die 50-jährige Geschäftsfrau und ihr Ex-Mann (49) sind seit langem vor Gericht in einen Streit um das Sorgerecht für zwei ihrer vier Kinder verwickelt. Seit über zwei Jahren leben die beiden Kinder bei ihrem Vater in Dänemark, obwohl ein Gericht in Hamburg vorläufig das Aufenthaltsbestimmungsrecht der Mutter zugesprochen hatte. Diese Regelung sollte bis zu einer endgültigen Entscheidung in der Hauptsache gelten. Laut einem Sprecher des Hamburger Gerichts steht diese Entscheidung noch aus.

Laut der dänischen Polizei wurden in der Silvesternacht Unbekannte zufolge den Vater in Süddänemark nahe der deutschen Grenze angegriffen und die 10-jährige Junge und das 13-jährige Mädchen in zwei Autos mitgenommen. Die dänische Polizei teilte anschließend mit, dass sich die Kinder bei der Mutter in Hamburg befanden.

Kinder wieder in Dänemark

Nachdem der Vater einen Eilantrag gestellt hatte, erließ das Oberlandesgericht Hamburg am Freitag schließlich eine vorläufige Anordnung, wonach die Kinder zum Vater zurückkehren müssen. Die Mandantin ließ daraufhin sofort ihre Kinder von ihm begleitet und unter Polizeischutz zur zuständigen Polizeidienststelle fahren, wie Kury weiter mitteilte. Seitdem befinden sich die Kinder wieder in Dänemark und wurden dem Vater übergeben.

Zuvor hatten am Mittwochabend vergangener Woche die Hamburger Polizei und Vertreter des Jugendamts die Familie in Hamburg aufgesucht. Den Kindern ging es «augenscheinlich körperlich gut», wie eine Polizeisprecherin am vergangenen Donnerstag sagte.

Kury kritisierte die dänische Justiz heftig, weil sie laut seiner Darstellung deutsche Gerichtsentscheidungen nicht respektiere und beachte. Laut dem Berliner Familienrechtler Peter Junggeburth hat Dänemark als einziges EU-Land zwei wichtige Rechtsverordnungen der Europäischen Union nicht übernommen. Daher erkenne es Entscheidungen von Familiengerichten zum Sorgerecht in EU-Partnerländern nicht automatisch an.

dpa