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Bandenkämpfe in Ecuador: Leitender Staatsanwalt getötet

Inmitten heftiger Kämpfe zwischen kriminellen Banden und staatlichen Sicherheitskräften wird ein Staatsanwalt brutal ermordet. «Dieses Verbrechen wird nicht ungesühnt bleiben», sagt die Generalstaatsanwältin.

Ecuadors Präsident Daniel Noboa hat Soldaten in den Kampf gegen kriminelle Banden geschickt.
Foto: Dolores Ochoa/AP

Nachdem in Ecuador ein Staatsanwalt, der für die Ermittlungen gegen die organisierte Kriminalität zuständig war, ermordet wurde, wurden von der Polizei zwei Verdächtige festgenommen. Laut Polizeiangaben sollen sie in den Mord von César Suárez verwickelt sein, der in der Hafenstadt Guayaquil von Auftragsmördern in seinem Auto erschossen wurde.

Zuvor hatte es einen Einsatz von etwa 1000 Polizisten und Streitkräften in einem Gefängniskomplex in Guayaquil gegeben, wie die ecuadorianische Zeitung «El Universo» berichtete. «Die Kriminellen und Terroristen werden uns nicht stoppen», sagte Generalstaatsanwältin Diana Salazar. «Dieses Verbrechen wird nicht ungesühnt bleiben.»

Suárez ermittelte gegen die Verdächtigen, die letzte Woche ein Studio des staatlichen Fernsehsenders TC Televisión gestürmt und mehrere Geiseln genommen hatten. Präsident Daniel Noboa erklärte daraufhin per Dekret, dass sich Ecuador in einem internen bewaffneten Konflikt befindet, und entsandte die Streitkräfte, um gegen die Banden vorzugehen. Er erklärte 22 kriminelle Gruppen zu terroristischen Organisationen und nicht-staatlichen Kriegsparteien, die eliminiert werden sollen.

Zuvor hatten sich kriminelle Banden in den Haftanstalten des südamerikanischen Landes heftige Auseinandersetzungen geliefert und zahlreiche Aufseher in ihre Gewalt gebracht. Dem Chef der mächtigen Bande «Los Choneros», Adolfo Macías alias «Fito», und dem Anführer der Gang «Los Lobos», Fabricio Colón Pico, waren nach Angaben der Gefängnisverwaltung dabei offensichtlich die Flucht gelungen.

Mehr als 20.000 Einsätze

Laut der Polizei wurden in den letzten Tagen mindestens 1975 Menschen bei über 20.800 Einsätzen festgenommen. Noboa hat inzwischen auch Unterstützung von den USA und anderen Ländern im Kampf gegen die zunehmende Gewalt gefordert.

In den letzten Zeiten hatte sich die Sicherheitslage in Ecuador drastisch verschlechtert. Die Mordrate von 46,5 Tötungsdelikten pro 100 000 Einwohner im vergangenen Jahr war die bisher höchste in der Geschichte des einst friedlichen Andenstaates und eine der höchsten in Lateinamerika. Mehrere Banden mit Verbindungen zu mächtigen mexikanischen Kartellen kämpfen um die Kontrolle über die Drogenhandelsrouten. Ecuador fungiert als wichtiges Transitland für Kokain aus Kolumbien, Peru und Bolivien, das in die USA und nach Europa geschmuggelt wird.

dpa