Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Verlust tropischer Urwälder rückläufig, aber immer noch bedenklich

Weltweit wurden im Jahr 2023 3,7 Millionen Hektar tropischer Urwald zerstört, trotz Fortschritten in Brasilien und Kolumbien.

Weltweit sind im vergangenen Jahr einem Bericht zufolge rund 3,7 Millionen Hektar tropischer Urwald zerstört worden (Archivbild).
Foto: Andre Penner/AP/dpa

Laut einem Bericht wurden im letzten Jahr weltweit rund 3,7 Millionen Hektar (37.000 Quadratkilometer) tropischer Regenwald zerstört. Dies ist eine Reduzierung um etwa 400.000 Hektar im Vergleich zum Jahr 2022, wie das World Resources Institute (WRI) in Washington bekannt gab. Trotzdem ist die verlorene Waldfläche größer als Nordrhein-Westfalen (35.000 Quadratkilometer). Der Rückgang ist teilweise auf Brände zurückzuführen, aber hauptsächlich auf andere Entwicklungen wie vor allem Abholzung.

«Die Welt hat zwei Schritte vorwärts und zwei Schritte zurück gemacht, als es um die Waldverluste des letzten Jahres ging», erklärte Mikaela Weisse von der Umweltorganisation Global Forest Watch laut einer Mitteilung. 3,7 Millionen Hektar im Jahr 2023 – die Zahl ist fast identisch mit dem Waldverlust der Jahre 2019 und 2021. In den letzten zwei Jahrzehnten hat die Welt nach Angaben des WRI jedes Jahr drei bis vier Millionen Hektar Tropenwald verloren.

Zehn Fußballfelder pro Minute

Umgerechnet seien im vergangenen Jahr pro Minute Baumbestände in der Größe von zehn Fußballfeldern verschwunden. In Brasilien ging der Verlust 2023 zwar deutlich zurück, trotzdem ist es dem Bericht zufolge noch immer das Land mit dem größten Waldschwund. Kolumbien habe seinen Waldverlust im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert, hieß es. «Starke Rückgänge im brasilianischen Amazonasgebiet und in Kolumbien zeigen, dass Fortschritte möglich sind», sagte Weisse. «Aber der zunehmende Waldverlust in anderen Gebieten hat diese Fortschritte wieder weitgehend zunichtegemacht.» Besonders stark schwanden Wälder demnach in der Demokratischen Republik Kongo, in Bolivien und in Indonesien.

Großer Waldverlust in Kanada

Mit Blick auf die weltweite Entwicklung – also auch außerhalb der Tropen – fällt Kanada überraschenderweise prominent auf. Der Waldverlust war dort dreimal so hoch wie in anderen aufgezeichneten Jahren. Der Grund: Im Jahr 2023 wurden fünfmal mehr Bäume durch Brände vernichtet als im Vorjahr.

Der Urwald, also ein weitgehend unberührter Wald, spielt eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Artenvielfalt und der Speicherung von Kohlendioxid (CO2). Seit 2014 beobachten verschiedene Umweltorganisationen unter Leitung des WRI mithilfe der Plattform Global Forest Watch Veränderungen von Waldgebieten weltweit, einschließlich Satellitentechnik. Jährlich erstellt das WRI zusammen mit Forschern der US-amerikanischen Universität von Maryland einen Bericht auf dieser Grundlage.

dpa