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Frau zahlte Millionensumme an angeblichen Hellseher

Mehr als eine Million Euro soll eine Frau in den vergangenen Jahren an einen angeblichen Hellseher gezahlt haben. Jetzt steht der Mann vor Gericht.

Außenansicht des Strafjustizzentrum. Vor dem Landgericht München II beginnt heute der Prozess gegen einen Mann, der sich als Hellseher ausgegeben haben soll, um sich fast 1,6 Millionen Euro anzueignen.
Foto: Lukas Barth/dpa

Über Jahre hinweg soll er den Aberglauben einer wohlhabenden Frau ausgenutzt und sie dadurch um eine Millionensumme betrogen haben: Vor dem Landgericht München II begann am Dienstag der Prozess gegen einen Mann, der sich als Hellseher ausgegeben und die Frau in den vergangenen Jahren um mehr als eine Million Euro erleichtert haben soll. Der Prozess wurde nach Verlesung der Anklage unterbrochen, da die Verteidiger ein Rechtsgespräch anstrebten, das zu einem sogenannten Deal führen könnte.

Gemäß der Staatsanwaltschaft täuschte der 47-Jährige seinem vermeintlichen Opfer vor, ein Medium zu sein, das Segen bringen und Schande von ihr und ihrer Familie fernhalten könne. Unglücke wurden demnach als eine Art Drohkulisse eingesetzt.

Um dies zu verhindern, soll der Angeklagte geheime Rituale durchgeführt haben, bei denen sie beten musste. Die Ermittler schließen nicht aus, dass in dem Wasser, das er ihr regelmäßig gegeben haben soll, Substanzen waren, die die Wahrnehmung der Frau beeinträchtigten.

Er soll die Frau auch davon überzeugt haben, dass ihr Ehemann sie betrügt und eine Affäre hat. Um diesen vermeintlichen Betrug zu beweisen, soll der Mann Geld gefordert haben.

Der 47-Jährige wird wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 62 Fällen angeklagt, während seine 39 Jahre alte Ehefrau wegen Beihilfe dazu in 18 Fällen angeklagt ist. Laut Staatsanwaltschaft soll das Paar die Frau jahrelang ausgebeutet haben, wobei die ersten Taten bis ins Jahr 2011 zurückreichen. Angeklagt sind jedoch nur Vorfälle seit 2018.

dpa