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Blitzermarathon in Deutschland: Uneinheitliche Beteiligung und kontroverse Meinungen

Deutschland ist beim Blitzermarathon gespalten: Nur fünf Bundesländer nehmen an beiden Aktionen teil, während andere skeptisch sind.

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An Blitzer-Aktionswoche und Schwerpunkttag beteiligen sich nur Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Hessen, Hamburg und Baden-Württemberg.
Foto: Daniel Karmann/dpa

Beim diesjährigen Blitzermarathon zeigt sich Deutschland als Flickenteppich. Laut einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur beteiligen sich nur fünf Bundesländer sowohl an der Aktionswoche gegen überhöhte Geschwindigkeit, die am Montag beginnt, als auch am Schwerpunkttag am kommenden Freitag, dem 19. April, mit verstärkten Kontrollen. Sechs weitere Bundesländer nehmen nur an einer der Aktionen teil, während fünf an keiner der beiden teilnehmen.

Berlin, Bremen, Niedersachsen, das Saarland und Sachsen haben konkret beschlossen, nicht teilzunehmen. Thüringen, Bayern und Brandenburg werden nur am Blitzermarathon am 19. April teilnehmen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein werden nur an der sogenannten Speedweek ohne Höhepunkt am Freitag teilnehmen – wobei in Mecklenburg-Vorpommern sogar ein ganzer Aktionsmonat stattfindet. Das volle Programm wird nur von Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Hessen, Hamburg und Baden-Württemberg durchgeführt.

Umstrittene Kontrollen

Die Polizei möchte durch die Aktion, die auch in anderen europäischen Ländern stattfindet, einerseits das Problem der überhöhten Geschwindigkeit in den Fokus rücken und andererseits durch verstärkte Kontrollen Druck auf Raser ausüben.

Jedoch, obwohl die Einigkeit darüber besteht, dass von Rasern große Gefahren ausgehen – überhöhte Geschwindigkeit ist eine der häufigsten Unfallursachen – sind die Maßnahmen umstritten, wie die stark unterschiedliche Beteiligung der einzelnen Bundesländer zeigt. In Berlin wird zum Beispiel argumentiert, dass die Effekte früherer Aktionen kaum messbar waren und sich auf die Aktionstage beschränkten. Daher setzt man lieber das ganze Jahr über auf Kontrolldruck. Ähnlich klingt es zum Beispiel auch im Saarland.

ADAC: «Beitrag zur Verkehrssicherheit»

Befürworter setzen dagegen auf die durch die Aktion erzeugte Aufmerksamkeit und den erzieherischen Effekt der Kontrollen auf Raser. Selbst der Verkehrsclub ADAC äußert sich positiv: Aktionen wie der Blitzermarathon leisteten «einen Beitrag zur Verkehrssicherheit, da sie den Verkehrsteilnehmenden die Gefahren zu schnellen Fahrens bewusst machen und entsprechend sensibilisieren können», heißt es dort.

Auch Michael Mertens von der Gewerkschaft der Polizei äußert sich eher positiv. Der Aufwand sei durchaus gerechtfertigt, sagt er. Wenn am Tag des Blitzermarathons über das Thema gesprochen werde und es so in die Köpfe komme, dann sei das ein guter Tag für die Verkehrssicherheit. Allerdings dürfe man nicht alle Ressourcen an diesem einen Tag verbrauchen, denn eigentlich brauche es das ganze Jahr über mehr Kontrollen. Wenn die Verkehrsteilnehmer wüssten, dass sie nicht erwischt würden, leide die Disziplin.

Wer nicht erwischt werden will, sollte also in der kommenden Woche besonders auf seine Geschwindigkeit achten. In einigen Ländern wie Bayern werden zudem die meisten Blitzer, die beim Marathon am Freitag aufgestellt werden, bereits im Voraus bekannt gegeben.

dpa