Das große Abfeuern geht wieder los: Ab heute gibt es Böller und Raketen zu kaufen. Viele freut’s – für andere beginnt die wohl unruhigste Zeit des Jahres.
Das große Abfeuern: Verkauf von Silvesterfeuerwerk beginnt

Deutsche Händler beginnen am Morgen mit dem Verkauf von Raketen und Böllern für die Silvesternacht. Es wird erwartet, dass viele Feiernde es wieder krachen lassen: Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) prognostiziert in diesem Jahr eine ähnlich hohe Nachfrage nach Silvesterfeuerwerk wie im vorigen Jahr.
Im Jahr 2022 erreichte die Branche einen historischen Umsatz von 180 Millionen Euro. Der Verkaufsstart des Silvesterfeuerwerks findet dieses Mal einen Tag früher als gewöhnlich statt, da Silvester auf einen Sonntag fällt.
Warnung vor Verletzungen
Der TÜV-Verband appelliert an die Verbraucher, Böller und Raketen nur bei seriösen Anbietern zu kaufen und die Sicherheitsbestimmungen einzuhalten. «Jeder pyrotechnische Gegenstand kann bei unsachgemäßem Gebrauch zu schweren Verbrennungen oder Verletzungen führen», sagte Hermann Dinkler, Experte für Brand- und Explosionsschutz beim TÜV-Verband. Und: «Generell gilt: Nicht alkoholisiert böllern», warnt der TÜV.
In Deutschland wurden erneut Böllerverbotszonen in vielen Städten eingerichtet. Es ist das ganze Jahr über verboten, Pyrotechnik in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern zu zünden, unabhängig von Silvester.
Debatte über generelles Böllerverbot
Ärztevertreter, die Gewerkschaft der Polizei, Umwelt- und Tierschützer sowie weitere Organisationen sind jedoch dafür, dass ein generelles Anwendungsverbot für Böller und Raketen erlassen wird. Sie verweisen unter anderem auf die Gefahr von Verletzungen und die Belastung der Krankenhäuser.
Dagegen wandte sich der Deutsche Städte- und Gemeindebund gegen ein generelles Böllerverbot zu Silvester. «Wir sollten nicht immer nur mit Verboten arbeiten, sondern mit Überzeugung», sagte der Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg.
Sorge vor Großstadt-Szenen wie letztes Jahr
Die Einsatzkräfte warnen jedoch vor möglichen erneuten Angriffen mit Böllern. Während des letzten Jahreswechsels randalierten junge Männer in mehreren Berliner Stadtteilen mit Böllern und Raketen. Sie warfen und schossen auch Knallkörper auf Polizisten und Feuerwehrleute. Ähnliche Szenen spielten sich auch in anderen Großstädten ab.
Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser befürchtet zu Silvester gewalttätige Ausschreitungen. «Ich habe die Sorge, dass Silvester wieder ein Tag sein könnte, an dem wir in manchen Städten blinde Wut und sinnlose Gewalt zum Beispiel gegen Polizisten oder Rettungskräfte erleben müssen», sagte die SPD-Politikerin kurz vor Weihnachten. Zugleich äußerte sie die Sorge, dass sich die Krawalle mit den Ausschreitungen radikalisierter Palästinenser mischen könnten.
Böller-Käufer sind eine Minderheit
Käufer von Böllern und Raketen sind einer Umfrage zufolge nur eine Minderheit der Menschen in Deutschland. Auf die Frage des Meinungsforschungsinstituts Yougov «Haben Sie vor, in diesem Jahr Feuerwerk, also Raketen, Böller etc., für Silvester einzukaufen?» antworteten kurz vor den Feiertagen 18 Prozent mit Ja. Dagegen haben 77 Prozent nicht vor, selbst für das Silvesterfeuerwerk einzukaufen. Am größten ist das Interesse in der jüngsten Befragtengruppe der 18- bis 24-Jährigen: Hier sagten 33 Prozent, in diesem Jahr Feuerwerkskörper für Silvester kaufen zu wollen.








