Neue Technologie könnte bis 2030 zusätzliche 220 Milliarden Euro Wirtschaftsleistung bringen, vor allem in Medien, Pharma und Finanzsektor.
Studie: GenKI könnte deutsche Wirtschaft um 0,7% jährlich stärker wachsen lassen

Die deutsche Wirtschaft könnte laut der Unternehmensberatung PwC um bis zu 0,7 Prozent pro Jahr stärker wachsen, wenn generative Künstliche Intelligenz (genKI) breit und schnell eingesetzt würde. Dieser Technologieschub könnte bis zum Jahr 2030 zu einer zusätzlichen Wirtschaftsleistung von 220 Milliarden Euro führen, wie die PwC-Datenexperten in einer veröffentlichten Studie feststellten.
Die größten Gewinner der neuen Technologie sind Branchen, in denen große Datenmengen gesammelt und verarbeitet werden – neben der Tech- und Softwarebranche vor allem die Medien-, Unterhaltungs-, Pharma- und Finanzunternehmen. Sie tragen knapp ein Fünftel zur Wirtschaftsleistung in Deutschland bei. Künstliche Intelligenz, die Text, Bild und Ton analysiert und neu erstellt und durch einfache sprachliche Befehle bedient wird, könnte bis zum Ende des Jahrzehnts die Produktivität in diesen Branchen um 8 bis 15 Prozent steigern. Dies könnte auch Fachkräfte ersetzen, sagte PwC-Berater Philipp Wackerbeck.
Handlung erforderlich
Dafür müssten die Firmen die Technologie aber rasch umsetzen, und die Politik müsste die Standortbedingungen verbessern. Wenn Deutschland ein wirtschaftliches Schwergewicht bleiben wolle, müssten KI-Champions durch «Zugang zu Talenten, digitale Infrastruktur, attraktives Investmentumfeld und weitere Anreize ins Land gelockt und auch gehalten werden», sagte PwC-Datenexperte Matthias Schlemmer.
Sehr gering dürften hingegen die Auto- und Chemieindustrie, die Bauwirtschaft, die Transportbranche und die Landwirtschaft von generativer KI profitieren. Diese Branchen erwirtschaften fast die Hälfte des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Für die von industrieller Fertigung, hohem Materialeinsatz, hohem Energiebedarf oder körperlicher Arbeit geprägten Branchen prognostiziert die Studie nur indirekte kleine Effizienzgewinne.
Laut Studie liegt Deutschland im globalen Vergleich beim genKI-Potenzial im Mittelfeld. Die Schweiz führt mit einem hohen Anteil an Pharma- und Finanzunternehmen. Auch die USA, Großbritannien und Schweden könnten von genKI erheblich profitieren. Im Gegensatz dazu ist das Potenzial in China, Japan, Kanada oder Norwegen relativ niedrig.








