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Gecko ist das Zootier des Jahres 2024

Der wendige Kletterkünstler steht im Fokus des Artenschutzes und kämpft gegen den Verlust von Lebensräumen und die Nachfrage nach illegalen Medikamenten.

Kletterkünstler: Seit 50 Millionen Jahren besiedeln Geckos die Erde und gehören damit zu den ältesten Tieren der Welt.
Foto: Annette Riedl/dpa

Der Gecko wurde von der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) im Zoo von Köln zum Zootier des Jahres 2024 ernannt. Damit tritt das wendige Tierchen die Nachfolge von Krokodil, Pustelschwein und Ara an.

«Wir brauchen wirksame Instrumente und eine gute Zusammenarbeit, um bedrohte Geckoarten zu erhalten», forderte Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), die Schirmherrin der Aktion ist und sich in Köln ein Bild von gefährdeten Geckos machte.

Geckos sind vom Klimawandel bedroht

Denn so cool und ungerührt der Gecko auch oft aussieht – ihm geht es weltweit betrachtet nicht gut. Die Kletterkünstler werden unter anderem Opfer eines Gerüchts, das ihnen besondere Heilkräfte zuschreibt. Dafür gibt es nach Angaben der Zootier-des-Jahres-Macher zwar keinerlei wissenschaftliche Beweise – aber die Nachfrage nach den angeblichen Medikamenten steige. Geckos würden zu Pulver zermahlen, als Tee aufgebrüht oder in Alkohol eingelegt. Besonders die «charismatischen» Tokehs – eine einst weitverbreitete Geckoart – seien stark betroffen. Manche Arten, wie der Goldgecko, werden auch gejagt, um sie zu verspeisen. Sie gelten mancherorts als Delikatesse. Auch leiden Geckos unter dem Verlust von Lebensräumen und sind vom Klimawandel bedroht.

Die Geckos haben eine beeindruckende Vergangenheit. Sie besiedeln die Erde seit 50 Millionen Jahren und zählen somit zu den ältesten Tieren der Welt. Geckos kommen auf allen Kontinenten außer in der Antarktis vor. An ihren Füßen haben sie Haftlamellen mit Millionen von feinen Härchen, die es ihnen ermöglichen, sogar an senkrechten Glasscheiben und an der Decke zu laufen. Und wenn sie bedroht werden, können sie ihren Schwanz abwerfen, eine besondere Fähigkeit.

Beim Zootier des Jahres geht es den Machern um den Artenschutz. Die Kampagne wurde 2016 ins Leben gerufen, um sich für stark gefährdete Tierarten einzusetzen, die nicht so bekannt sind oder deren Bedrohung selten besprochen wird. «Damit keine Tiergruppe zu kurz kommt, wechseln wir immer zwischen Fell, Federn und Schuppen ab», erläuterte Projektkoordination Viktoria Michel.

Die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) wurde gewählt, um spezifische Artenschutzprojekte zu unterstützen, zum Beispiel in Vietnam.

dpa