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Dezemberwetter mit Stürmen bringt Ostsee frisches Wasser

Die ökologische Situation der Ostsee gilt als sehr schlecht. Das liegt auch am geringen Wasseraustausch mit der Nordsee. Das stürmische Wetter hat das kurzfristig geändert.

Starker Wellengang am Strand von Altefähr auf der Insel Rügen kurz vor Weihnachten.
Foto: Stefan Sauer/dpa

Der stürmische Dezember hat der Ostsee eine große Menge an salz- und sauerstoffreichem Wasser gebracht. Gemäß dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) haben südöstliche Winde in der ersten Hälfte des Dezembers das Wasser aus der Ostsee gedrückt und den Wasserspiegel gesenkt. Infolgedessen strömte am 21. und 22. Dezember salzhaltiges Wasser über das Skagerrak in die Ostsee aufgrund der schweren Sturmfluten an der Nordseeküste. Dadurch wurden sauerstoffarme tiefere Beckenbereiche wie das Gotlandbecken mit Sauerstoff versorgt.

Die autonome Messstation Darßer Schwelle, betrieben vom BSH, hat bereits seit dem 20. Dezember den starken Einstrom von salzreichem Wasser in der gesamten Wassersäule gemessen. Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), das im Auftrag des BSH den Zustand der Ostsee überwacht, berichtete, dass es einer der stärksten Salzwassereinbrüche seit 2014 gewesen sei.

Laut BSH gab es zuletzt im Dezember 2013 zwei aufeinanderfolgende schwere Sturmfluten an der Nordseeküste. Das Wasser stieg am Pegel Hamburg-St. Pauli um 2,66 Meter und 3,33 Meter über das normale Hochwasser. Ab einem Wasserstand von 2,5 Metern über dem normalen Hochwasser spricht man von einer schweren Sturmflut. Eine sehr schwere Sturmflut liegt vor, wenn der Wasserstand mehr als 3,5 Meter beträgt.

Die Ostsee ist ein salzarmes Meer, das als Randmeer eine schmale und flache Verbindung zur Nordsee hat. In vielen Gebieten leidet sie unter starkem Sauerstoffmangel. Frischwassereinbrüche können zumindest vorübergehend die ökologische Situation der Ostsee verbessern.

dpa