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Die Sternbilder und Planeten der Silvesternacht

In der Silvesternacht gibt es am Himmel nicht nur Feuerwerk zu bestaunen: Auch Wintersechseck, Jupiter und abnehmender Mond lohnen einen Blick.

Ein kleiner Teil der Milchstraße ist am nächtlichen Sternenhimmel über dem Schwarzen See im Landkreis Märkisch-Oderland zu sehen.
Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Es ist selten, dass so viele Menschen gleichzeitig in den Himmel schauen wie zum Jahreswechsel um Mitternacht. Vorausgesetzt, der Himmel ist wolkenlos, gibt es nicht nur das farbenfrohe Spektakel des Silvesterfeuerwerks zu bewundern, sondern auch den prächtigen Anblick des Sternenhimmels.

Die Bedingungen zum Sternegucken in der Silvesternacht dieses Jahres sind jedoch nur teilweise gut. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) gibt es in der Nacht zu Montag in der Osthälfte Deutschlands anfangs noch etwas Regen, später kommt es teilweise zu größeren Auflockerungen. Ansonsten ist es wechselnd bis stark bewölkt und es gibt vereinzelt Schauer, vor allem im Westen und Nordwesten.

Während des Feuerwerks fällt bei gutem Wetter hoch im Westen bereits ein besonders helles Gestirn mit ruhigem Schein auf. Was man anfangs möglicherweise für eine Leuchtkugel halten könnte, stellt Jupiter dar, der größte Planet im Sonnensystem.

Sternbilder des Wintersechsecks

Nachdem der Rauch des Feuerwerks verschwunden ist, zeigt sich der Winterhimmel in seiner ganzen Schönheit. Der südliche Teil des Himmels bis zum Zenit wird von den Sternbildern des Wintersechsecks beherrscht. Es besteht aus den leuchtenden Sternen Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund, Prokyon im Kleinen Hund und Pollux in den Zwillingen.

Westlich von Aldebaran kann man eine kleine Gruppe von Sternen sehen, die Plejaden. Es handelt sich um einen Sternhaufen, der sich 444 Lichtjahre entfernt befindet und viele hundert Sterne enthält. Je nach Sichtbedingungen sind jedoch nur sechs bis neun Sterne hell genug, um mit bloßem Auge erkennbar zu sein. Es ist daher ratsam, mit einem Fernglas von hoher Lichtstärke auf die Plejaden zu schauen.

Band der Milchstraße

Wenn der Himmel ausreichend dunkel ist, kann man von Südosten aus das leuchtende Band der Milchstraße erkennen, das sich durch die Sternbilder Zwillinge und Fuhrmann zieht und dann weiter durch Perseus, Kassiopeia und Kepheus nach Nordwesten führt. Im Westen befindet sich der Widder, der derzeit durch den Planeten Jupiter bereichert wird, sowie die Sternbilder Andromeda, Fische, Pegasus und ganz im Südwesten der Walfisch.

Östlich der Zwillinge kommt im Tierkreis der Krebs und als Frühlingsbote der Löwe. Im Löwen steht in der Silvesternacht der abnehmende Mond. Im Krebs befindet sich einer der schönsten Sternhaufen des Nordhimmels: die Krippe, lateinisch Praesepe, die 610 Lichtjahre entfernt ist. Der Sternhaufen enthält etwa tausend Sterne, sieht jedoch mit bloßem Auge nur wie ein schwacher, nebliger Fleck am Himmel aus. Doch im Fernglas bietet er einen prächtigen Anblick.

Eindrucksvoll: Jäger Orion

Das beeindruckendste Sternbild des Winters ist der Jäger Orion mit seinem Gürtel und dem Schwertgehänge. Gemäß der griechischen Mythologie wurde Orion, ein riesenhafter Jäger, nach seinem Tod zusammen mit seinen beiden Hunden Sirius und Prokyon in den Himmel versetzt.

Im Fernglas kann man bereits in der Mitte des Schwertgehänges einen verschwommenen Fleck erkennen. Das ist der Große Orionnebel, eine Gaswolke von etwa 25 Lichtjahren Größe, die sich in einer Entfernung von 1300 Lichtjahren befindet. Dort regen junge, heiße Sterne das Gas zum Leuchten an. Mit einem Fernrohr kann man im Zentrum der Wolke das Trapez aus vier hell strahlenden Sternen erkennen.

Wenn man den Jahreswechsel bis in die frühen Morgenstunden hinein feiert, sollte man auf dem Heimweg nach Südosten schauen. In der Morgendämmerung leuchtet dort die Venus als heller, strahlender Morgenstern. Am Neujahrstag erscheint der Planet um 5.15 Uhr, eine Stunde vor Sonnenaufgang steht der Morgenstern etwa 15 Grad über dem Horizont.

dpa