Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Drach-Prozess: Anklage fordert lange Haft

Drei Überfälle auf Geldtransporter, zweimal habe der Angeklagte Thomas Drach auf Geldboten geschossen. Dafür fordert die Staatsanwaltschaft 15 Jahre Haft

Im Prozess gegen Thomas Drach fordert die Staatsanwaltschaft 15 Jahre Haft sowie Sicherungsverwahrung.
Foto: Federico Gambarini/dpa

In ihrem Plädoyer im Prozess gegen den ehemaligen Reemtsma-Entführer Thomas Drach in Köln hat die Staatsanwaltschaft gefordert, dass der Angeklagte zu 15 Jahren Haft sowie Sicherungsverwahrung verurteilt wird. Die Vertreterin der Anklagebehörde erklärte, dass der 63-Jährige wegen schweren Raubs und versuchten Mordes schuldig gesprochen werden solle.

Die Staatsanwaltschaft sah es als «zweifelsfrei erwiesen» an, dass Drach in den Jahren 2018 und 2019 vor Ikea-Märkten in Köln und Frankfurt am Main sowie am Flughafen Köln/Bonn drei Werttransporter überfallen und dabei Beute in Höhe von knapp 142.000 Euro gemacht habe. Bei zwei der Taten habe er auf Geldboten geschossen. Das sei als versuchter Mord zu werten, sagte die Staatsanwältin.

Neben der Freiheitsstrafe beantragte die Staatsanwaltschaft zudem die Verhängung von Sicherungsverwahrung für den Deutschen. Nach verbüßter Haftstrafe käme Drach dann nicht wieder auf freien Fuß, sondern würde in den Maßregelvollzug überstellt. Dort würde er weiter hinter Gittern sitzen. Vor dem Hintergrund zahlreicher Vorstrafen Drachs – unter anderem der Entführung des Erben der Hamburger Tabak-Dynastie, Jan Philipp Reemtsma, im Jahr 1996 – sagte die Staatsanwältin: «Kriminalität ist seit frühester Jugend seine einzige Strategie zu Geld zu kommen und ein Leben in Luxus zu führen.»

Die Staatsanwaltschaft konnte keinen Beweis für den Raubüberfall auf einen Werttransport in Limburg erbringen, der Drach ebenfalls zur Last gelegt wurde. Sie beantragte einen Freispruch für diese Tat. Drach bestreitet jegliche Beteiligung an den Taten.

dpa