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Drei Gründe, weshalb Außerirdische uns nicht besuchen werden

Eine Astrobiologin erklärt, warum die Vorstellung von Aliens, die uns besuchen könnten, eher unrealistisch ist. Sie nennt drei zentrale Gründe, darunter die immense Distanz im Universum und die Herausforderungen interstellarer Reisen.

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Astrobiologin nennt drei Gründe: Aliens könnten existieren - werden uns aber wohl nie besuchen
Bildquelle: Greg Rakozy auf Unsplash

Die Astrobiologin Carol Oliver äußert sich zu der Frage, ob Außerirdische die Erde besuchen könnten, und nennt dabei drei entscheidende Gründe. Diese Argumentation könnte die weit verbreitete Faszination für extraterrestrisches Leben in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Die unermessliche Weite des Universums

Ein zentraler Punkt in Olivers Argumentation ist die schier unvorstellbare Größe des Weltraums. Sie erklärt: „Der Weltraum ist einfach unfassbar groß – jenseits unserer Vorstellungskraft.“ Der sonnennächste Stern Proxima Centauri befindet sich in einer Entfernung von etwa 40 Billionen Kilometern, was circa 4,3 Lichtjahren entspricht. Selbst die Parker Solar Probe, das schnellste Raumfahrzeug der Menschheit, erreicht nur etwa 191 Kilometer pro Sekunde, was lediglich 0,064 Prozent der Lichtgeschwindigkeit entspricht. Eine Reise zu Proxima Centauri würde, so Oliver, knapp 6650 Jahre in Anspruch nehmen. Für interstellare Reisen wären Geschwindigkeiten nahe der Lichtgeschwindigkeit notwendig.

Die Herausforderung der Zeitdilatation

Selbst wenn hypothetische Aliens mit Lichtgeschwindigkeit reisen könnten, gibt es laut Oliver weitere Herausforderungen. „Zeit und Bewegung hängen zusammen“, erklärt die Astrobiologin. Dies bedeutet, dass sich schnell bewegende Wesen die Zeit anders erleben als diejenigen, die auf der Erde bleiben. Sie nennt als Beispiel den NASA-Astronauten Scott Kelly, dessen Jahr auf der Internationalen Raumstation ihn im Vergleich zu seinem Zwillingsbruder minimal jünger erscheinen ließ. Für Aliens, die mit annähernder Lichtgeschwindigkeit reisen, könnte dies bedeuten, dass sie in eine Zukunft zurückkehren, in der die Erde bereits um Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte gealtert ist.

Der immense Energiebedarf und die unfreundliche Atmosphäre

Ein weiterer Punkt, den Oliver anführt, ist der enorme Energieaufwand, der für interstellare Reisen notwendig wäre. „Die Masse des Raumschiffs steigt mit zunehmender Geschwindigkeit, was mehr Energie zur Beschleunigung erfordert“, erklärt sie. Bei einer Reise mit Lichtgeschwindigkeit würde die Masse des Raumschiffs unendlich werden, was auch eine unendliche Energiemenge zur Folge hätte. Selbst wenn Aliens in der Lage wären, mit Überlichtgeschwindigkeit zu reisen, bleibt die Frage: Warum sollten sie diese enorme Energie aufwenden, um die Erde zu besuchen? „Alles, was wir besitzen, könnte eine hochentwickelte Zivilisation auf ihrem eigenen Planeten herstellen“, so Oliver.

Die biologischen Bedingungen auf der Erde

Darüber hinaus beschreibt Oliver einen dritten kritischen Aspekt: Die Erde ist biologisch gesehen kein neutraler Ort. Der Planet hat eine spezifische Entwicklungsgeschichte durchlaufen, die die Atmosphäre, die für Menschen lebensfreundlich ist, für fremde Lebensformen potenziell gefährlich machen könnte. Sauerstoff, der für Menschen unverzichtbar ist, könnte für Außerirdische hochreaktiv und korrosiv sein.

Ein Blick auf potenziell lebensfreundliche Planeten

Diese Argumente bedeuten jedoch nicht, dass extraterrestrisches Leben ausgeschlossen werden kann. Im Gegenteil, Oliver hebt hervor, dass die Astronomie zahlreiche Hinweise darauf liefert, dass Leben anderswo möglich ist. Bisher sind mehr als 6200 Exoplaneten in über 4700 Planetensystemen nachgewiesen. Die NASA geht davon aus, dass die Mehrheit der Sterne mindestens einen Planeten besitzt. In der Milchstraße allein gibt es über 100 Milliarden Sterne, was die Zahl potenziell lebensfreundlicher Welten enorm macht.

Die Suche nach intelligentem Leben

Auch innerhalb des eigenen Sonnensystems gibt es Kandidaten, auf denen mikrobielles Leben existieren könnte, wie etwa Mars, Europa oder Enceladus. Seit 1960 wird systematisch nach Signalen intelligenter Zivilisationen geforscht, etwa durch das SETI-Institut. Bisher wurden jedoch keine konkreten Beweise gefunden. Dies überrascht Oliver nicht: Die Menschheit sucht erst seit etwa 100 Jahren aktiv nach intelligentem Leben in einem Universum, das schon 13,8 Milliarden Jahre alt ist.

Das Fermi-Paradoxon

Das Fermi-Paradoxon beschreibt den scheinbaren Widerspruch zwischen der hohen Wahrscheinlichkeit für die Existenz außerirdischen Lebens und dem Fehlen jeglicher Beweise oder Kontaktzeichen bis heute. Astronomen und Astrobiologen nennen zahlreiche mögliche Erklärungen dafür: möglicherweise ist intelligentes Leben selten oder kurzlebig, oder es ist technologisch nicht in der Lage, interstellare Reisen zu unternehmen. Ein bekanntes Zitat aus einem Aufsatz im Fachjournal „Nature“ von 1959 bleibt gültig: Wenn wir nicht suchen, sinkt die Chance auf Erfolg auf null.


Quellen: n-tv

Bildquelle: Bildquelle: Greg Rakozy auf Unsplash

TS