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Drei Mädchen sterben bei schwerem Busunfall in der Slowakei

Am Rande eines katholischen Jugendtreffens in der Slowakei fährt ein Bus in eine Menschengruppe. Drei Mädchen werden von dem Fahrzeug erfasst – und tödlich verletzt.

Nach Angaben des slowakischen Innenministeriums ereignete sich der Unfall bei einem Kirchentreffen junger Gläubiger, bei dem der Bus zehn Personen erfasste.
Foto: Adriana Hudecova/easyfoto/TASR/dpa

Ein Reisebus ist am Rande eines katholischen Jugendtreffens in der Slowakei in eine Menschengruppe gefahren. Drei Mädchen, die von dem Fahrzeug erfasst und eingeklemmt wurden, seien ums Leben gekommen, sagte der slowakische Innenminister Matus Sutaj Estok der Agentur TASR zufolge. Der Politiker war sofort an die Unglücksstelle in Spisske Podhradie im Osten des Landes gereist.

Zwei der Toten waren nach Angaben der Polizei 17 und eine 18 Jahre alt. Sieben weitere Menschen seien schwer verletzt worden, einer davon lebensgefährlich. Sie wurden mit Rettungswagen und zwei Hubschraubern in Krankenhäuser gebracht. Der Innenminister sagte, ihm fehlten die Worte: «Hier sind drei junge Leben ausgelöscht worden, die Leben von drei jungen Mädchen, die auf dem Weg zu einem katholischen Treffen waren, um zu feiern – und es endete derart tragisch.»

Reisebus setzte sich in Bewegung

Der Grund für die Bewegung des Reisebusses blieb zunächst unklar. Polizei und Staatsanwaltschaft haben mit den Ermittlungen begonnen. Laut dem Innenminister war der Alkoholtest des Fahrers negativ. Der Mann steht unter Schock und konnte daher noch nicht befragt werden. Es wurde vermutet, dass möglicherweise die Handbremse nicht angezogen war.

Der Bürgermeister der Stadt, Michal Kapusta, sagte laut TASR: «Nach den ersten Informationen, die wir haben, sind die Leute aus dem Bus ausgestiegen, haben sich in Gruppen aufgeteilt und sind vor dem Bus in Richtung Spisska Kapitula losgelaufen. Dann hat sich der Bus in Bewegung gesetzt und zehn Menschen unter sich gezogen.»

Diözesanes Jugendtreffen

Die Jugendgruppe im Alter zwischen rund 14 und 18 Jahren sollte in Spisske Podhradie, knapp 300 Kilometer nordöstlich von Bratislava, an einem diözesanen Jugendtreffen teilnehmen. Im Stadtteil Spisska Kapitula befindet sich die Kathedrale des heiligen Martin. Das weitere Programm der Veranstaltung wurde abgesagt und zum stillen Gebet für die Opfer aufgerufen. Der Bischof des Bistums Zips, Frantisek Trstensky, sprach den Angehörigen der Toten sein Beileid aus. «Ich spüre großen Schmerz und große Trauer, denn die Jugendlichen waren hierhergekommen, um zu beten», sagte er.

Die Slowakei hat knapp 5,5 Millionen Einwohner und ist stark von christlichen Werten geprägt. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2021 bekannten sich 62 Prozent der Bürger zum katholischen Glauben. Der Unfall hat die zweite und letzte Runde der Präsidentschaftswahl in diesem EU- und NATO-Mitgliedsstaat überschattet. Die amtierende Präsidentin Zuzana Čaputová teilte mit, dass ihre Gedanken bei allen seien, die von dem Unglück betroffen sind. Der linksnationale Ministerpräsident Robert Fico schrieb auf Facebook, dass die Tragödie ein weiterer Beweis dafür sei, welches Unglück menschliche Fahrlässigkeit verursachen könne.

dpa