Mit Pfeifen und Trommeln starteten 20.000 Narren in aufwendigen Kostümen den Umzug durch die Altstadt. Gesellschaftliche und politische Themen wurden humorvoll auf Laternen dargestellt.
Fasnacht in Basel: Narren starten in die Straßenfasnacht

Rund 20.000 Närrinnen und Narren sind am frühen Montagmorgen mit Pfeifen und Trommeln in die Fasnacht der Schweizer Grenzstadt Basel gestartet. Die Stadtbeleuchtung war ausgeschaltet, ehe um Punkt 4.00 Uhr der Aufruf «Morgestraich: Vorwärts, marsch!» ertönte. Das war der Startschuss für den Umzug der Fasnachtscliquen, wie die Vereine heißen.
Sie zogen in aufwendigen Kostümen stundenlang mit teils ohrenbetäubender Blas- und Trommelmusik sowie kunstvoll bemalten Laternen durch die Altstadt. Die Vereine nehmen bei der Bemalung der Laternen aktuelle gesellschaftliche und politische Ereignisse aufs Korn: In diesem Jahr gehörten Künstliche Intelligenz und der Klimawandel zu den Themen. Auch der russische Präsident Wladimir Putin war auf Laternen präsent, mit einer Frisur, die wie die Explosion nach einem Raketeneinschlag aussieht. Das Motto der Fasnacht 2024 ist «vogelfrei».
Jahrhundertealte Tradition
Die Basler Fasnacht, die traditionell am Montag nach Aschermittwoch beginnt, wird als die bedeutendste protestantische Fasnacht der Welt angesehen. Sie lockt an drei närrischen Tagen in der Regel rund 200.000 Besucher in die Schweizer Grenzstadt. Während die Cliquen in aufwändigen Narrenkostümen auftreten, ist es den Zuschauern untersagt, sich zu verkleiden. Ein weiteres charakteristisches Merkmal der Basler Fasnacht sind die Schnitzelbänke: Dabei handelt es sich um Spottlieder in Versform, die während der drei Tage in Gaststätten vorgetragen werden und die aktuelle Geschehnisse humorvoll, satirisch und pointiert kommentieren.
Das älteste erhaltene Dokument zur Basler Fasnacht stammt aus dem Jahr 1376. Die Ursprünge sind laut der Stadt Basel jedoch viel älter und gehen auf Ahnenkult, Fruchtbarkeitsrituale und das Austreiben des Winters zurück.
Karneval und Fasnacht sind die traditionellen letzten großen Feste vor der Fastenzeit bis Ostern. Diese Zeit erinnert an die 40 Tage, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte. Die katholische Kirche hat im 11. Jahrhundert beschlossen, die Sonntage vom Fasten auszunehmen, und den Beginn daher um sechs Tage vorverlegt. Somit dauert die Fastenzeit von Aschermittwoch bis einschließlich Karsamstag tatsächlich 46 Tage lang.








