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Bewaffnete stürmen während Live-Übertragung Studio

Schockmoment auf Sendung: In Guayaquil stürmen Bewaffnete den Fernsehsender TC Televisión und nehmen Journalisten als Geiseln. Der Präsident ruft Spezialeinheiten auf den Plan.

Sicherheitsmaßnahmen in Quito: Soldaten patrouillieren vor dem Regierungspalast.
Foto: Dolores Ochoa/AP/dpa

Während einer Live-Übertragung sind Bewaffnete in die Räumlichkeiten eines Fernsehsenders eingedrungen.

Mehrere Journalisten und Mitarbeiter wurden von einer Gruppe von Kriminellen mit Maschinengewehren und Sprengstoff bedroht und als Geiseln genommen, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. «Wir sind auf Sendung, damit sie wissen, dass man nicht mit der Mafia spielt», sagte ein Mann in die Kamera. In den Aufnahmen waren außerdem Schüsse und Schreie von Menschen zu hören. Es handelte sich um den staatlichen Fernsehsender TC Televisión in der Hafenstadt Guayaquil.

https://twitter.com/AlertaMundoNews/status/1744808500989972832

Festnahme mehrerer Personen

Kriminelle seien in die Räumlichkeiten eines Medienunternehmens in Guayaquil eingedrungen, teilte die ecuadorianische Polizei über die Plattform X, ehemals Twitter, mit. Es würden «Spezialeinheiten vor Ort eingesetzt, um diesen Notfall zu bewältigen». Kurz darauf bestätigte die Polizei die Festnahme mehrerer Personen.

Präsident Daniel Noboa hatte erst einen Tag zuvor den Ausnahmezustand aufgrund der chaotischen Zustände in den Gefängnissen des südamerikanischen Landes ausgerufen. Laut dem am Montag veröffentlichten Dekret wird unter anderem das Versammlungsrecht vorübergehend beschränkt. Außerdem gilt für die nächsten 60 Tage eine nächtliche Ausgangssperre.

Flucht von Drogenbossen

Kriminelle Banden hatten sich in den Haftanstalten des Landes heftige Auseinandersetzungen geliefert und Aufseher als Geiseln genommen. Dem Chef der mächtigen Bande «Los Choneros», Adolfo Macías alias «Fito», war nach Angaben der Gefängnisverwaltung dabei offenbar die Flucht gelungen. An diesem Dienstag meldete die Behörde außerdem die Flucht eines weiteren Drogenbosses, Fabricio Colón Pico, einem der Anführer der Bande «Los Lobos».

In den letzten Jahren ist die Gewalt in Ecuador dramatisch angestiegen. Im Jahr 2022 wurde mit etwa 25 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohner einer der höchsten Werte in Lateinamerika verzeichnet. Viele der überfüllten Gefängnisse werden von kriminellen Organisationen beherrscht, was zu wiederholten Bandenkämpfen führt.

dpa