Grüner Wasserstoff oder Blick ins All? Ein Energiekonzern zieht sich aus einem umstrittenen Projekt zurück – und bewahrt das Paranal-Observatorium in der Atacama-Wüste vor Licht und Vibrationen.
Energieprojekt nahe Sternwarte in Chile abgesagt

Der einzigartige Nachthimmel der chilenischen Atacama-Wüste bleibt für astronomische Beobachtungen erhalten: Ein Energiekonzern hat nach eigenen Angaben seinen umstrittenen Plan aufgegeben, in der unmittelbaren Nähe des Paranal-Observatoriums eine Industrieanlage zu errichten. «Diese private Entscheidung ist gut für Chile, für die Wissenschaft und für die gesamte Menschheit», sagte der chilenische Wissenschaftsminister Aldo Valle Acevedo.
Der US-Energiekonzern AES plante in der Nähe der leistungsstarken Teleskope den Bau einer Anlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff und grünem Ammoniak. Forscher hatten vor möglicher Lichtverschmutzung und Vibrationen gewarnt, die ihre Arbeit stören könnten.
Das Unternehmen hat die Entscheidung mit seiner geschäftspolitischen Strategie begründet – ohne Bezug auf das Observatorium zu nehmen. «Das INNA-Projekt ist zwar vollständig mit anderen Aktivitäten in der Region kompatibel, AES Andes hat sich jedoch entschieden, seine Bemühungen auf die Entwicklung und den Aufbau seines Portfolios im Bereich erneuerbare Energien und Energiespeicherung zu konzentrieren», wurde erklärt.
Minister: «Verantwortung gegenüber den zukünftigen Generationen»
Die abgelegene Atacama-Wüste wird aufgrund ihrer Bedingungen als besonders geeignet für die Astronomie angesehen. Das Observatorium auf dem Cerro Paranal wird seit seiner Einweihung im Jahr 1999 von der Europäischen Südsternwarte (ESO) betrieben. Laut ESO wurde dort unter anderem das erste Bild eines Exoplaneten gemacht. Die Anlage war auch an der Bestätigung der beschleunigten Expansion des Universums und der Erforschung des supermassereichen Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße beteiligt.
Der chilenische Wissenschaftsminister begrüßte die Entscheidung von AES. «Chile ist eine globale astronomische Macht», sagte Valle. Der Schutz des Himmels sei eine Verantwortung gegenüber der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft und zukünftigen Generationen.








