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Ermittler durchsuchen Haus von Christina Block

Die Tochter des Block-House-Gründers Eugen Block streitet mit ihrem Ex-Mann seit Jahren um zwei ihrer vier Kinder. Nun hat es in Hamburg Durchsuchungen gegeben.

Ermittler der Polizei vor dem Wohnhaus der Unternehmerin Christina Block.
Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Am Freitagmorgen durchsuchten mehrere Beamte von Staatsanwaltschaft und Polizei das Wohnhaus der Unternehmerin Christina Block (50) in Hamburg im Zusammenhang mit einem Sorgerechtsstreit. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Hamburg teilte mit, dass gegen sie und weitere Personen wegen des Verdachts der Entziehung Minderjähriger und anderer Straftaten ermittelt wird. Aus diesem Grund wurden am Morgen mehrere Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Die «Bild»-Zeitung hatte zuvor darüber berichtet.

Laut der Sprecherin stehen die Durchsuchungen im Zusammenhang mit der Aufklärung der umstrittenen Rückhol-Aktion von zwei der vier gemeinsamen Kinder aus Dänemark in der Silvesternacht. Die Staatsanwaltschaft hat vorerst keine weiteren Informationen über den Einsatz bekannt gegeben. Gemäß den Informationen der dpa wurden die Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt, um E-Mails und Daten zu sichern. Bei den Ermittlungen soll festgestellt werden, wer die Aktion in Dänemark angeordnet hat.

Am frühen Vormittag trugen fast zwölf Ermittler mehrere Pappkartons und ein Gerät, das wie ein Drucker aussah, aus der Villa. Gegen 9.30 Uhr war die Durchsuchung des Wohnhauses vorerst beendet und die Beamten fuhren wieder weg. Sie waren mit zivilen Fahrzeugen angekommen. Die Aktion wurde von mehreren Medienvertretern beobachtet, fotografiert und gefilmt.

Angriff in der Silvesternacht

Christina Block und ihr ehemaliger Ehemann (49) haben seit Jahren vor Gericht einen Streit um das Sorgerecht für ihre vier Kinder, von denen die beiden jüngsten betroffen sind. Obwohl das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg vorläufig das Aufenthaltsbestimmungsrecht der Mutter übertragen hatte, leben die Kinder seit über zwei Jahren bei ihrem Vater in Dänemark.

Nach Angaben der dänischen Polizei wurden in der Silvesternacht Unbekannte gemäß den Angaben der dänischen Polizei den Vater in Süddänemark angegriffen und den 10-jährigen Jungen und das 13-jährige Mädchen in zwei Autos mitgenommen. Es wird von der dänischen Polizei wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung ermittelt. Die Kinder befanden sich nach dem Vorfall bei ihrer Mutter. Aufgrund eines Eilantrags des Vaters hatte das Hanseatische Oberlandesgericht am letzten Freitag eine einstweilige Anordnung erlassen, wonach die Kinder zu ihrem Vater zurückkehren mussten.

Nach den Ereignissen in der Silvesternacht habe die dänische Justiz einen Haftbefehl erlassen, sagte der strafrechtliche Beistand von Christina Block, Otmar Kury, am Freitag. «Es gibt einen europäischen Haftbefehl, der in Hamburg und Deutschland nicht vollstreckt wird.» Der Haftbefehl sei in Hamburg in eine Meldeanordnung umgewandelt worden. Es gebe keine Fluchtgefahr. Welchen Vorwurf die dänische Justiz gegen die Unternehmerin erhebt, konnte der Anwalt nicht sagen.

Neujahrsempfang mit Eugen Block

In letzter Zeit wurde der Streit und die damit verbundenen Ereignisse verstärkt in den Medien behandelt. Der 83-jährige Hamburger Unternehmer Eugen Block bezeichnete den Sorgerechtsstreit um seine Enkel als himmelschreiende Ungerechtigkeit während eines Neujahrsempfangs in seinem Fünf-Sterne-Hotel Grand Elysée am Donnerstagabend. Er äußerte, dass das alles nur traurig sei.

Auch Christina Block selbst hatte sich bei einem anderen Neujahrsempfang im Grand Elysée wenige Tage zuvor geäußert und klare Regeln in Medien und Justiz eingefordert. «Wo Unrecht geschieht, mögen wir dafür eintreten, dass es revidiert wird, und wo Unrecht erkannt und bereits geurteilt wurde, muss dies strikt und schnell umgesetzt werden. Und die Opfer müssen geschützt werden», sagte sie.

dpa