Ein neues Medikament zeigt in einer ersten Studie vielversprechende Ergebnisse in der Krebsbehandlung. Bei 31 Prozent der Patienten schrumpfen Tumore, indem es deren Tarnung aufhebt und das Immunsystem aktiviert.
Ermutigende Ergebnisse: Neues Medikament könnte Tumorwachstum bei Krebspatienten stoppen

In einer vielversprechenden Phase-1-Studie wurde bei 83 Patienten mit verschiedenen Krebsarten eine Tumorverkleinerung festgestellt, nachdem sie das experimentelle Medikament GRWD5769 in Kombination mit der Immuntherapie Cemiplimab erhielten.
Ein Hoffnungsschimmer in der Krebsbehandlung
Die Ergebnisse zeigen, dass bei 26 von 83 Patienten eine signifikante Reduktion der Tumoren beobachtet wurde. Insbesondere bei 15 dieser Patienten wurde eine Verringerung des Tumors um mindestens 30 Prozent festgestellt. Diese Daten wurden auf der jährlichen Konferenz der American Society of Clinical Oncology in Chicago vorgestellt, einer der größten Krebskonferenzen weltweit.
Hintergründe zur Immuntherapie
Die Immuntherapie hat sich in den letzten Jahren als einer der bedeutendsten Fortschritte in der Krebsforschung etabliert. Sie aktiviert das körpereigene Immunsystem, das normalerweise Tumoren aufspüren und eliminieren sollte. Allerdings gelingt dies bislang nur bei etwa einem Drittel der Patienten, da viele Tumore sich durch Tarnkappen vor dem Immunsystem verbergen.
Wirkmechanismus des Medikaments
Das neuartige Medikament GRWD5769 wirkt, indem es das Enzym ERAP1 hemmt, welches für die Unsichtbarkeit der Tumoren verantwortlich ist. Durch die Blockade dieses Enzyms wird die Tarnung der Tumorzellen aufgehoben, was dem Immunsystem ermöglicht, diese effektiv zu bekämpfen.
„Für ein Medikament, das in Form einer Tablette eingenommen wird, sind die Ergebnisse sehr beeindruckend“, sagte die verantwortliche Prüfärztin Fiona Thistlethwaite vom Christie NHS Foundation Trust.
Ergebnisse bei spezifischen Krebsarten
Besonders bemerkenswert waren die Resultate bei Patienten mit Darmkrebs: Bei 51 Prozent der Betroffenen kam es zu einem Stillstand des Fortschreitens der Krankheit über einen Zeitraum von sechs Monaten. Auch bei 55 Prozent der Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und 38 Prozent der Patienten mit Kopf-Hals-Krebs konnte ein ähnlicher Effekt beobachtet werden.
Ausblick auf zukünftige Forschung
Trotz der positiven Ergebnisse ist es wichtig, vorsichtig zu bleiben. Die Phase-1-Studie konzentrierte sich primär auf die Sicherheit des Wirkstoffs. Größere Studien sind notwendig, um zu bestätigen, ob die Therapie langfristige Vorteile bietet. Eine zweite Phase der Studie ist bereits in Planung.
„Die Immuntherapie hat die Behandlung von Krebs revolutioniert, jedoch profitieren bislang nur wenige Patienten davon. Diese Studie zeigt starke Anzeichen für Wirksamkeit bei mehreren Tumorarten, die zuvor gegen Immuntherapien resistent waren“, so Thistlethwaite.
Die Ergebnisse der Studie geben Anlass zur Hoffnung, dass die Entwicklung weiterer therapeutischer Ansätze in der Krebsbehandlung möglich ist.
Quellen: n-tv
Bildquelle: depositphotos








