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Sydney von Extremregen heimgesucht – Straßen überflutet und Brücken gesperrt

Mehrere Brücken gesperrt, Bewohner in Sicherheit gebracht – Rettungsarbeiten dauern an.

Rekordniederschläge in Sydney und Teilen von Neusüdwales haben zu Überschwemmungen und weitreichenden Schäden geführt, so dass die Behörden für einige Gemeinden Evakuierungsmaßnahmen anordneten.
Foto: Tim Seaton/AAP/dpa

Eine weitere Nacht mit starkem Regen hat in Sydney ganze Straßenzüge überflutet und großen Schaden verursacht. Die Warragamba-Talsperre, die für die Trinkwasserversorgung der Millionenstadt zuständig ist, ist übergegangen, und weitere Staudämme sollen laut Behördenangaben im Laufe des Tages ihre Kapazitätsgrenze erreichen.

Mehrere Brücken wurden geschlossen, Anwohner in tiefer gelegenen Wohngebieten wurden aufgefordert, sich und ihre Habseligkeiten in Sicherheit zu bringen. In über 150 Fällen mussten Bewohner des Bundesstaats New South Wales aus ihren von den Wassermassen eingeschlossenen Häusern oder Autos gerettet werden, wie der Katastrophenschutz mitteilte – die Hälfte davon in der Hauptstadtregion Sydney.

In 24 Stunden so viel Regen wie sonst in einem Monat

Schon am Tag zuvor wurde in der Ostküstenmetropole die höchste Niederschlagsmenge seit zwei Jahren gemessen – innerhalb von 24 Stunden fiel fast so viel Regen wie sonst im gesamten Monat April. Der Boden war also schon gesättigt, und in der folgenden Nacht wurde es noch schlimmer: Bis zum Morgen fielen erneut 100 bis 200 Millimeter, an einigen Stellen sogar mehr als 250 Millimeter.

Zum Vergleich: Der Deutsche Wetterdienst spricht schon ab 20 Millimetern binnen sechs Stunden von Starkregen, mehr als 60 Millimeter werden als «extremes Unwetter» bezeichnet. In Sydney kam ein Vielfaches dieser Menge vom Himmel.

Mehr als 4000 freiwillig Helfende

Mehr als 4000 freiwillige Helfer unterstützten laut Katastrophenschutz die Behörden bei den Rettungs- und Aufräumarbeiten. Im öffentlichen Nahverkehr kam es zu erheblichen Störungen, viele Züge, Busse und Fähren standen still. An einigen Orten kam es zu Erdrutschen, große Felsbrocken landeten auf Straßen. Am Flughafen von Sydney lief der Betrieb hingegen wieder weitgehend normal, nachdem am Vortag zahlreiche Verbindungen gestrichen oder ankommende Flugzeuge umgeleitet worden waren.

Die Behörden gehen davon aus, dass die Gefahr von Überschwemmungen aufgrund des abfließenden Wassers aus höher gelegenen Gebieten und Staudämmen noch tagelang bestehen wird. Das Unwetter soll derweil entlang der Küste weiter in südlicher Richtung ziehen. Die Bewohner der südlichen Vorstädte bereiten sich auf eine ähnliche Extremlage wie in Sydney vor.

dpa