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Feuerwehrverband fordert Zehn-Milliarden-«Sonderprogramm»

Das Hochwasser macht den Menschen weiterhin vielerorts schwer zu schaffen. Forderungen nach einer besseren Ausstattung der Einsatzkräfte werden laut. Nun soll der Dauerregen enden.

Das Hochwasser macht den Menschen - wie hier in Sachsen-Anhalt - weiterhin schwer zu schaffen. Forderungen nach einer besseren Ausstattung der Einsatzkräfte werden laut.
Foto: Jan Woitas/dpa

Angesichts der weiterhin kritischen Hochwasserlage in mehreren Bundesländern drängt der Feuerwehrverband auf ein Zehn-Milliarden-«Sonderprogramm» für Sicherheitsbehörden. Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands (DFV), Karl-Heinz Banse, begründete seine Forderung damit, dass es künftig häufiger Starkregen und Überschwemmungen geben werde. Die Grünen sprachen sich für eine bessere Ausstattung von Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen aus. Derweil macht das Hochwasser den Einsatzkräften weiter vielerorts schwer zu schaffen.

Besonders betroffen sind der Süden von Sachsen-Anhalt und Teile von Niedersachsen. In Bayern bleibt die Situation im Norden und Osten kritisch. Auch aus Hessen wurden steigende Wasserstände gemeldet.

Dauerregenphase soll zu Ende gehen

Immerhin wird die lange Dauerregenphase am Vormittag in Niedersachsen enden. Es besteht jedoch weiterhin Hochwassergefahr an vielen Bächen und Flüssen, wurde weiterhin berichtet. Auch in Bayern wurden die Dauerregenwarnungen am Abend aufgehoben, wie der Hochwassernachrichtendienst (HND) mitteilte. Dadurch erreichte die Hochwasserlage in Nordbayern ihren Höhepunkt – sie bleibt jedoch in den Gebieten nördlich der Donau angespannt.

Der Pegelstand des Flusses Regen stieg erneut an der Meldestelle der Stadt Cham in der Oberpfalz an. Laut Daten des Wasserwirtschaftsamts Regensburg besteht die Gefahr, dass Grundstücke oder Keller überflutet werden könnten oder Verkehrsverbindungen gesperrt werden müssten. Auch an der Meldestelle der Gemeinde Guxhagen in Nordhessen stieg der Pegelstand der Fulda in der Nacht stark an.

«Zehn Milliarden Euro zusätzlich notwendig»

DFV-Präsident Banse sagte den Tageszeitungen der Funke Mediengruppe: «Der Klimawandel wird dazu führen, dass Deutschland in Zukunft häufiger und intensiver Starkregen und Hochwasser durchleben wird. Deutschlands Sicherheitsbehörden müssen krisenfest werden.» Dafür brauche es ein Sonderprogramm, ähnlich wie es nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine von Seiten der Bundesregierung für die Bundeswehr auferlegt wurde.

Banse hob hervor: «Zehn Milliarden Euro zusätzlich aus dem Bundeshaushalt für den Schutz der Bevölkerung ist notwendig. Damit können wir wichtige Geräte für den Einsatz anschaffen: Sandsackfüllmaschinen, Pumpensysteme, geländegängige Fahrzeuge.»

Forderung nach zentralem Katastrophenschutz

Grünen-Chef Omid Nouripour fordert eine stärkere Zentralisierung des Katastrophenschutzes. Man müsse «das Bundesamt für Bevölkerungsschutz weiterentwickeln, damit es bei länderübergreifenden Katastrophen mehr Verantwortung übernehmen kann», sagte Nouripour dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

«Hier haben wir im Koalitionsvertrag gute Verabredungen getroffen, die es nun umzusetzen gilt.» Wichtig sei auch, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk (THW) und Hilfsorganisationen so auszurüsten, dass sie auf Katastrophenlagen angemessen reagieren könnten.

«In den kommenden Jahren werden wir eine weitere Zunahme von Extremwetterereignissen erleben – diese Realität muss sich auch in der Ausstattung von Feuerwehr, THW und Hilfsorganisationen widerspiegeln», sagte Nouripour.

Der Grünen-Politiker Jan-Niclas Gesenhues will eine umsichtigere Planung von Baugebieten. «In der Vergangenheit wurde zu stark in Überflutungsgebiete reingebaut. Wohnbebauung ist dadurch zu nah an Gewässer herangerückt», sagte der umweltpolitische Sprecher seiner Fraktion den «Web.de News».

Wissing: Hochwasserlage sehr ernst

Bundesverkehrsminister Volker Wissing bezeichnete die Hochwasserlage in Deutschland als sehr ernst. «Ich stehe daher im engen Austausch mit dem Deutschen Wetterdienst, der Autobahn GmbH sowie der Deutschen Bahn AG», sagte der FDP-Politiker der dpa. «Ich danke vor allem den vielen Helferinnen und Helfern, die vor Ort unermüdlich im Einsatz sind.»

Präzise und rechtzeitige Warnungen vor gefährlichen Wetterereignissen sind für die Bevölkerung und den Katastrophenschutz unverzichtbar. In den vergangenen Wochen hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit seiner fachlichen Expertise kontinuierlich zuverlässige Warnungen vor dem anhaltenden starken Regen ausgesprochen. Die Expertise des Wetterdienstes kann in Zukunft noch effektiver genutzt werden, sagte Wissing.

Die Meteorologen des DWD erwarten, dass der an einigen Orten immer noch anhaltende Dauerregen im Laufe des Tages aufhört.

dpa