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Forscher: Wichtiger Schritt bei Rettung von Nashorn-Art

Das Nördliche Breitmaulnashorn gilt als das seltenste Großsäugetier der Welt. Forscher wollen die Unterart retten – und erzielen einen «wissenschaftlichen Durchbruch».

Der durch künstliche Befruchtung erzeugte Embryo eines südlichen Breitmaulnashorns liegt auf einem Tisch.
Foto: Jon A. Juarez/Conservation and Research Fund e.V./dpa

Ein internationales Forscherteam hat auf dem Weg zur Rettung des fast ausgestorbenen Nördlichen Breitmaulnashorns ein bedeutendes Zwischenziel erreicht. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erklärten am Mittwoch in Berlin, dass es ihnen gelungen sei, einen durch künstliche Befruchtung erzeugten Nashorn-Embryo vorübergehend in einer Leihmutter heranwachsen zu lassen.

Obwohl es sich um ein häufig vorkommendes Südliches Breitmaulnashorn handelte, soll die Methode später auch zur Erzeugung von Exemplaren der Nördlichen Unterart verwendet werden.

Nur noch zwei Exemplare

Das Nördliche Breitmaulnashorn wird als das seltenste Großsäugetier der Welt angesehen. Es gibt insgesamt nur noch zwei Exemplare – auch aufgrund von Wilderei: zwei Weibchen, die in Kenia leben. Das könnte das Aus der Unterart bedeuten, jedoch haben Fachleute Spermien von männlichen Exemplaren aufbewahrt und damit die Eizellen des jüngeren Weibchens befruchtet. Die daraus entstandenen Embryos sollen später von einer Leihmutter der Südlichen Unterart ausgetragen werden.

Der Embryonentransfer auf die Leihmutter sei weltweit der erste erfolgreiche bei den Dickhäutern, erklärten Teilnehmer des Wissenschaftsprogramms BioRescue bei der Vorstellung der Ergebnisse. Das Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung leitet das Forschungsprojekt. «Zusammen haben wir etwas erreicht, was wir nie für möglich gehalten haben», sagte Veterinärmediziner und Projektleiter Thomas Hildebrandt. Es habe viele Jahre gedauert, um einen Erfolg zu erzielen. Die Forscher nennen den Embryotransfer einen «wissenschaftlichen Durchbruch».

Schwangere Nashornkuh starb

Der Embryo wurde in einem Reproduktionslabor in Italien durch künstliche Befruchtung erzeugt und im September des letzten Jahres in Kenia in die Leihmutter implantiert – die Schwangerschaft war erfolgreich. Leider verstarb die schwangere Nashornkuh an einer Infektion – und mit ihr der 70 Tage alte Fötus.

Die Wissenschaftler führen zunächst ihre Tests an der Südlichen Unterart durch, um die kostbaren Embryonen der Nördlichen Unterart für zukünftige Experimente aufzubewahren. Als nächsten Schritt planen die Forscher jedoch, die Methode auf die gefährdete Art zu übertragen. Seit 2019 wurden bereits 30 Embryonen des Nördlichen Breitmaulnashorns erzeugt und eingefroren. Es können jedoch noch Jahre bis zu einer erfolgreichen Geburt vergehen.

dpa