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Freibäder suchen dringend Personal für den Sommer

Sommer, Sonne – Freibad zu. Die Schwimmbäder kämpfen mit fehlendem Personal für die Sommersaison. Schließungen wollen sie trotzdem unbedingt vermeiden.

Wenn die Freibäder öffnen, müssen qualifizierte Retter am Beckenrand stehen - sonst könnten wieder Bäder teils geschlossen werden.
Foto: Friso Gentsch/dpa

Im Berliner Strandbad Wannsee ist bereits das erste Bad genommen worden, in vielen Freibädern beginnt in ein paar Wochen die Saison – doch die alten Sorgen sind auch die neuen: Viele Städte suchen noch dringend Rettungsschwimmer und Schwimmmeister für die Badeaufsicht. Wenn die Freibäder öffnen, müssen ausreichend qualifizierte Retter am Beckenrand stehen – ansonsten könnten erneut einige Bäder zeitweise geschlossen werden.

Im nordrhein-westfälischen Duisburg hat die Stadt-Gesellschaft DuisburgSport die Kampagne «Rettet die Freibadsaison» gestartet. «Der Personalmangel in der Branche ist ganz eklatant. Es sind einfach nicht genug Arbeitskräfte auf dem Markt», sagt der stellvertretende Betriebsleiter Marc Rüdesheim.

Einfach mal vorbeikommen in Düsseldorf

Die Düsseldorfer Bädergesellschaft wirbt niedrigschwellig mit sogenannten Jobwatch-Tagen um neue Arbeitskräfte. Interessenten sollen ohne Termin, aber dafür mit Badesachen vorbeikommen. Das Konzept heißt: Vorschwimmen statt Bewerbungsgespräch. Andere Städte wie etwa Essen schließen Kooperationen mit örtlichen Schwimmvereinen ab.

«Wir reihen uns in der Dienstleistungsbranche in den harten Kampf um Arbeitskräfte ein», betont Frank Achtzehn von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen in Essen. In den meisten Kommunen ende die Bewerbungsphase für die Freibäder in den kommenden Wochen. Dann werde sich zeigen, für welche Angebote das Personal in der Sommer-Saison reiche.

Es wird geschätzt, dass in Deutschland zwischen 2000 und 3500 Schwimmmeister fehlen – das sind die Experten, die sich um das gesamte Bad mit seiner Technik und den Wasserwerten kümmern, neben der Badeaufsicht. Die vielen Rettungsschwimmer, die besonders in den Stoßzeiten im Sommer zusätzlich am Beckenrand stehen, sind noch nicht inbegriffen.

Kritischer Personalmangel seit der Pandemie

Angesichts der rund 6500 Schwimmbäder in Deutschland – also Hallen- und Freibäder – sei die Zahl der fehlenden Schwimmmeister «eine richtige Hausnummer», sagte Martin Holzhause, Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), der Deutschen Presse-Agentur.

Vor allem in den vergangenen zwei Jahren hätten sich die Auswirkungen des Personalmangels in verspäteten Saisonstarts der Freibäder, verkürzten Öffnungszeiten, zeitweisen oder vereinzelt kompletten Schließungen gezeigt. «Das wird es sicher auch in diesem Jahr wieder geben», sagte Holzhause. Der DLRG-Sprecher zeigte sich allerdings überzeugt, dass sich in den kommenden Wochen und Monaten noch weitere Kräfte finden ließen, die zumindest unterstützten. «Der Fachkräftebedarf an Fachangestellten in den Bädern bleibt jedoch und lässt sich nicht von heute auf morgen lösen.»

Laut Präsident Peter Harzheim hat der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister der Branche bescheinigt, in den vergangenen Jahren viele Weichen richtig gestellt zu haben. „Die Bezahlung und die Rahmenbedingungen hätten sich spürbar verbessert.“

Das Problem sei ein Generelles: «Die Leute wollen am Wochenende rausgehen, sich entspannen, Wellness genießen – aber kaum einer ist mehr bereit, am Wochenende zu arbeiten und auch was dafür zu tun, dass es solche Angebote gibt», sagt der Verbandschef. «Das Problem bekommen wir nicht allein in unserer Branche geregelt – da bräuchte es mal einen gesellschaftlichen Aufschrei», findet er.

dpa