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Ältester Patient geheilt: Stammzelltransplantation besiegt Leukämie und HIV

Ein 68-jähriger Mann aus Kalifornien wurde durch eine Stammzelltransplantation von Leukämie und HIV geheilt. Er ist der älteste Patient, bei dem dies bisher gelungen ist und zeigt, dass auch im fortgeschrittenen Alter Erfolge mit dieser Therapie erzielt werden können.

Paul Edmonds (M) mit Medizinern der Krebsklinik City of Hope.
Foto: City Of Hope/EurekAlert!/dpa

Die Krebsklinik City of Hope in Duarte (Kalifornien) teilte mit, dass die Transplantation spezieller Stammzellen wahrscheinlich einen weiteren Patienten sowohl von Leukämie als auch von seiner HIV-Infektion geheilt hat. Es handelt sich um den ältesten Menschen bisher, bei dem dies gelungen ist. Paul Edmonds aus Desert Springs, der mittlerweile 68 Jahre alt ist, ist der fünfte Mensch weltweit, bei dem eine kombinierte Therapie sowohl den Blutkrebs als auch das Virus zurückgedrängt hat.

Laut dem Medizinerteam um Jana Dickter von City of Hope, wie im «New England Journal of Medicine» (NEJM) berichtet, infizieren HI-Viren den Körper, wenn sie in ihn eindringen. Der 68-Jährige erhielt eine Blutstammzell-Transplantation von einem Spender mit einer seltenen Genmutation, die zu HIV-resistenten Zellen führt. Vor der Behandlung war Edmonds über 30 Jahre lang mit dem Virus infiziert.

Der sogenannte «City of Hope-Patient» habe vor fast drei Jahren aufgehört, antiretrovirale Therapien gegen HIV zu nehmen, hieß es weiter. Der Fall zeige, dass es möglich sei, mit dem Stammzell-Ansatz Erfolge auch bei höherem Alter der Patienten und nach einem langjährigen Leben mit HIV zu erreichen, sagte Dickter. 

Eine hochriskante Behandlung

Für die meisten Menschen mit HIV ist diese Art der Behandlung jedoch nicht möglich, da eine Stammzelltherapie immer eine sehr riskante Behandlung ist, die nur bei schwerkranken Menschen angewendet wird.

Die meisten Betroffenen können dank der antiretroviralen Therapie (ART) mittlerweile gut mit der Infektion leben, müssen jedoch ein Leben lang Medikamente einnehmen.

Als erster von HIV geheilter Mensch war der sogenannte «Berliner Patient» in die Geschichte eingegangen: 1995 wurde bei Timothy Ray Brown HIV diagnostiziert, 2006 erkrankte er an Leukämie und benötigte deshalb eine Stammzell-Transplantation. Ärzte der Berliner Charité fanden einen Spender, dem der sogenannte CCR5-Rezeptor fehlte – ein Einfallstor, durch das HIV in viele Körperzellen eindringt. Das Datum der Stammzell-Transplantation, den 6. Februar 2007, bezeichnete Brown als sein «neues Geburtsdatum». Die Leukämie kam später allerdings zurück, Brown starb daran 2020 im Alter von 54 Jahren.

In den Jahren darauf folgten der «Londoner Patient», der «Düsseldorfer Patient» und die «New Yorker Patientin». Alle erhielten aufgrund einer parallelen Krebserkrankung die spezielle Stammzellen-Transplantation.

Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es weltweit etwa 39 Millionen Menschen, die mit HIV leben.

dpa