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Gase aus Geräten tragen weiter zum Treibhauseffekt bei

Fluorkohlenwasserstoffe und verwandte Gase stecken in Kühlschränken und Klimaanlagen – und sie tragen mit zur Erderwärmung bei. Aber welche Stoffe und Gase werden in unseren Geräten überhaupt genutzt?

Die Gase aus Kühlschränken oder Klimaanlagen werden erst schädlich, wenn sie freigesetzt werden.
Foto: Caroline SeidSeidel-Dißmannel/dpa

Laut dem Statistischen Bundesamt blieb der potenzielle Treibhauseffekt der in Deutschland verwendeten fluorierten Treibhausgase im Jahr 2022 im Vergleich zu 2021 unverändert, nachdem er jahrelang rückläufig war.

Die Einschränkung «potenziell» bezieht sich darauf, dass diese Gase meist in geschlossenen Systemen wie zum Beispiel in Klimaanlagen verwendet werden. Ihre umweltschädliche Wirkung tritt erst auf, wenn sie freigesetzt werden. «Insofern steht die im jeweiligen Jahr eingesetzte Menge an fluorierten Treibhausgasen nicht in direktem Zusammenhang mit der im jeweiligen Jahr freigesetzten Menge dieser Gase», erläutert das Amt.

Gemäß dem Bundesamt wurden im Jahr 2022 in Deutschland etwa 5984 Tonnen fluorierte Treibhausgase verwendet. Dies entspricht 7,0 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten – genau wie im Jahr 2021. In den Vorjahren war der potenzielle Treibhauseffekt dieser Gase kontinuierlich gesunken. Im Jahr 2015 lag er noch bei 17,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.

Die Umwandlung in CO2-Äquivalente ist erforderlich, da verschiedene Treibhausgase unterschiedliche Auswirkungen auf das Klima haben. Als Referenzgröße wird daher Kohlendioxid (CO2) verwendet, das mit einem Erwärmungspotenzial von 1 bewertet wird. Das CO2-Äquivalent gibt an, wie viele Tonnen CO2 das jeweilige Treibhausgas zur globalen Erwärmung beiträgt.

Das Mittel, das den Kühlschrank kühl hält

Laut dem Umweltbundesamt werden die Treibhausgasemissionen in Deutschland im Jahr 2022 voraussichtlich insgesamt 746 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent betragen. Dies entspricht einem Rückgang von knapp zwei Prozent gegenüber 2021. Der Anteil der fluorierten Treibhausgase an den gesamten Treibhausgasemissionen betrug im Jahr 2022 somit 1,3 Prozent.

In Deutschland ist das am häufigsten verwendete fluorierte Treibhausgas Tetrafluorethan. Die Statistiker ordneten an, dass dieser Stoff in einem Zeitraum von 100 Jahren 1300-mal stärker zum Treibhauseffekt beiträgt als CO2. Im Jahr 2022 wurden 2,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente dieses Gases eingesetzt, hauptsächlich als Kältemittel in Klimaanlagen und Kühlschränken.

Im Vergleich zu 2021 ist die eingesetzte Menge jedoch gesunken. Dadurch hat sich das Emissionspotenzial dieses Stoffes leicht um knapp acht Prozent verringert. Als Ersatz für Tetrafluorethan wird unter anderem Tetrafluorpropen verwendet. Dieses hat eine deutlich geringere Klimawirksamkeit. Die Verwendung dieses Gases stieg von 2021 bis 2022 um knapp zehn Prozent an.

Die Denkfabrik Agora hat außerdem vorläufige Berechnungen veröffentlicht, denen zufolge Deutschland im Jahr 2023 insgesamt so wenig Treibhausgase produziert hat wie seit sieben Jahrzehnten nicht mehr. Der Ausstoß ist demnach von 2022 auf 2023 um 73 Millionen Tonnen auf insgesamt 673 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente gesunken – was einem Rückgang von 46 Prozent im Vergleich zu 1990 entspricht.

dpa