Die Dürre hat die Überreste von Hitlers „Geisterflotte“ in der Donau sichtbar gemacht. Historiker schätzen, dass rund 200 Schiffe mit gefährlicher Munition versenkt wurden, deren Bergung nun in einem EU-geförderten Projekt priorisiert wird.
Gefährliche Zeitzeugen: Munition weiterhin an Bord der Geisterschiffe aus der Nazi-Ära

Die anhaltende Dürre hat zur Sichtbarmachung der Überreste von Hitlers „Geisterflotte“ geführt. In der Donau, nahe der serbischen Stadt Prahovo, ragen rostige Schiffsrümpfe aus dem Wasser empor. Diese Überbleibsel, darunter verbogene Masten und stark korrodierte Stahlplatten, erzählen von den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs, als die Schiffe absichtlich versenkt wurden.
Die Wracks stammen aus der Zeit der Offensive der Roten Armee im September 1944 auf dem Balkan. Die deutsche Donauflottille, unter dem Kommando von Konteradmiral Paul-Willy Zieb, zog sich zurück. In Anbetracht der ausweglosen Lage gab die Wehrmacht den Befehl, die Schiffe selbst zu versenken, um zu verhindern, dass sie in sowjetische Hände fallen.
Schätzungen von Historikern zufolge wurden bis zu 200 Schiffe, darunter Kriegsschiffe, Minensuchboote und Versorgungsschiffe, in der Donau versenkt. Diese Wracks sollten nicht nur die Fahrrinne blockieren, sondern auch den Vormarsch der Roten Armee verlangsamen.
Obwohl nach dem Krieg einige Schiffe geborgen wurden, blieben viele Wracks aufgrund der noch an Bord befindlichen Munition und Sprengstoffe im Wasser. Die Gefährlichkeit dieser Relikte wurde erst kürzlich durch die kontrollierte Sprengung einer Wasserbombe, die an Bord des Wracks „T-20“ entdeckt wurde, evident. Diese Bombe enthielt etwa 125 Kilogramm Sprengstoff.
Im August 2022 legten niedrige Wasserstände einige der Wracks frei und führten zurInitiierung eines umfangreichen Infrastrukturprojekts. Unterstützt von der Europäischen Union und der Europäischen Investitionsbank, sollen zunächst 21 besonders gefährliche Wracks entfernt werden, um den internationalen Schiffsverkehr nicht zu beeinträchtigen. Die Gesamtkosten des Projekts betragen rund 29 Millionen Euro, wovon mehr als 16 Millionen Euro aus EU-Mitteln stammen.
Die serbischen Wasserbehörden berichten, dass bereits mehrere Schiffe geborgen oder so weit entfernt wurden, dass die Fahrrinne wieder befahrbar ist. Diese Entdeckung gefährlicher Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg verdeutlicht, dass die Folgen des Krieges bis heute spürbar sind.
Quellen: Bild, tagesschau
Bildquelle: Matthias Süßen via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
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