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Spendenaufkommen in Deutschland sinkt zum zweiten Mal in Folge

Im Jahr 2023 wurden rund 5 Milliarden Euro für wohltätige Zwecke gespendet – 700 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Die Normalisierung der Spenden auf das Niveau von 2017 und 2019 war zu erwarten, auch aufgrund der Flut im Ahrtal und dem Krieg gegen die Ukraine. Für das Jahr 2024 wird ein ähnliches Spendenaufkommen erwartet.

Die Gesamthöhe der Geldspenden in Deutschland liegt für 2023 bei etwa 5 Miiliarden Euro.
Foto: Jens Kalaene/dpa

Das Spendenaufkommen von Privatleuten in Deutschland ist das zweite Mal in Folge gesunken. Rund 5 Milliarden Euro wurden im Jahr 2023 für wohltätige Zwecke gespendet – etwa 700 Millionen Euro (12 Prozent) weniger als im Jahr zuvor, wie aus der Erhebung «Bilanz des Helfens» im Auftrag des Deutschen Spendenrates hervorgeht, die in Berlin vorgestellt wurde.

Gemäß den Angaben entsprechen die Spendeneinnahmen von 2023 in etwa denen der guten Spendenjahre 2017 und 2019. Der bisherige Rekordwert wurde 2021 mit etwa 5,76 Milliarden Euro erreicht – dies wurde als Ausnahmejahr angesehen, insbesondere aufgrund der Flut im Ahrtal.

«Die Normalisierung der Geldspendeneinnahmen auf das Niveau der Jahre 2017 oder 2019 war mit Blick auf die großartigen Unterstützungsleistungen im Zusammenhang mit der Ahrtal-Katastrophe und dem beginnenden Krieg gegen die Ukraine in den Jahren 2021 und 2022 zu erwarten», erklärte Martin Wulff, Geschäftsführer des Deutschen Spendenrates laut Mitteilung. Die Teuerung der vergangenen zwei Jahre mache sich zudem bemerkbar. «Die Frage, ob man sich bestimmte Dinge noch leisten kann, mussten viele Menschen immer häufiger mit einem Nein beantwortet.» Vor diesem Hintergrund seien die Spenden umso bemerkenswerter, wurde Wulff weiter zitiert.

Mit Blick auf das Jahr 2024 teilte Wulff mit, dass sich das Spendenverhalten voraussichtlich auf dem Niveau von 2023 verstetigen werde. Das werde Auswirkungen auf den Umfang der so wichtigen Arbeit aller Hilfsorganisationen haben. «Für die spendensammelnden Organisationen wird es daher darum gehen, gegenüber den Spendenden weiterhin nachvollziehbar und freiwillig Rechenschaft über die Wirkkraft ihrer Projekte abzulegen und größtmögliche Transparenz über die Verwendung der Spendeneinnahmen herzustellen», erklärte Wulff. Der Deutsche Spendenrat ist ein gemeinnütziger Dachverband von 71 gemeinnützigen Organisationen. 

Die Erhebung «Bilanz des Helfens» wurde von den Marktforschern von GfK durchgeführt. Die Angaben sind Hochrechnungen, die auf monatlichen Selbstauskünften von 10 000 Teilnehmern beruhen. Nicht berücksichtigt sind zum Beispiel Unternehmensspenden, Spenden an politische Parteien sowie Großspenden über 2500 Euro.

dpa