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Harry Potter und XXL-Fischbrötchen: Bestmarken 2023

Höher, weiter, schneller oder einfach nur: mehr als vorher. Auch im abgelaufenen Jahr wurden wieder allerlei Rekorde aufgestellt. Mit dabei: fast vier Millionen Herzen und ein kleiner Weihnachtswald.

Das Bismarkheringsbrötchen war mit exakt 6,68 Metern mehr als zwei Meter länger als das bisherige Rekordbrötchen.
Foto: Stefan Sauer/dpa

Im vergangenen Jahr haben die Deutschen viele kreative Ideen entwickelt, um Rekorde aufzustellen. Zum Beispiel sind sie mit fast 150 Stundenkilometern auf einem Bobbycar über die Rennstrecke gerast oder haben 80 Hula-Hoop-Reifen am Körper in Bewegung gehalten. Aber auch weltweit haben Menschen große Anstrengungen unternommen, um neue Bestmarken zu erreichen.

Riesiges Fischbrötchen

Fisch, Salat und Zwiebeln satt – der Usedomer Gastronom André Domke hat im Oktober das größte Fischbrötchen der Welt belegt. Mit 6,68 Metern war es mehr als zwei Meter länger als der bisherige Rekord. «Kiloweise «Lollo Bionda»-Salat, bergeweise Zwiebeln und fässerweise Bismarckhering aus der Ostsee» verarbeiteten er und sein Team, wie Domke der Deutschen Presse-Agentur sagte. Das Rekord-Institut für Deutschland (RID) bestätige seine Leistung mit einer Urkunde.

1758 Mal Harry Potter

Schwarzer Mantel, runde Brille und eine Blitznarbe auf der Stirn: All diese Dinge sind unverzichtbar für ein erfolgreiches Harry-Potter-Kostüm. Im August knackten 1758 Fans des berühmten Zauberlehrlings in Hamburg den Weltrekord. Dies war eine viel größere Gruppe als die erforderlichen mehr als 997 Personen.

Bobbycar auf dem Hockenheimring

Im August hat auch der Student Marcel Paul aus Fulda auf dem Hockenheimring einen Geschwindigkeitsweltrekord für Bobbycars mit E-Antrieb aufgestellt. Laut dem Rekord-Institut erreichte er eine Höchstgeschwindigkeit von 148,45 Stundenkilometern. Damit hat er die Anforderungen des Guinness-Buchs der Rekorde und des RID, die mindestens 70 Kilometer pro Stunde betragen, deutlich übertroffen.

Viel viel Tee …

Das Bünting Teemuseum in Leer, Niedersachsen, hat im Juli anlässlich der Jubiläumsfeier zu 200 Jahren Stadtrecht einen ungewöhnlichen Rekord aufgestellt. Vor dem Museum wurde für jedes Jahr eine Tasse Ostfriesentee zubereitet und ausgeschenkt. Die Leiterin des Teemuseums, Celia Brandenburger, sagte, dass die vier Teilnehmer rund elf Minuten für 200 Tassen benötigten. Der Ausschenk-Rekord ist jedoch nicht offiziell anerkannt.

… und noch mehr Weihnachtsbäume

Pünktlich zum Fest haben Thomas und Susanne Jeromin aus Rinteln im Weserbergland 555 Plastik-Weihnachtsbäume in ihrem Haus aufgestellt. Dabei waren die Jeromins bereits Rekordhalter: Vor zwei Jahren waren es 444 Bäume. «Wir haben ausgebaut, in dem neuen Raum stehen jetzt allein 89 Bäume», sagte die Altenpflegerin der dpa. Etwa 108.000 Weihnachtsbaumkugeln besitzt das Paar nach eigenen Angaben, darunter neuerdings auch selbst gehäkelte Exemplare.

Ein großes Gedächtnis

Im März hat die Gedächtniskünstlerin Susanne Hippauf aus Frankfurt einen deutschen Rekord aufgestellt, indem sie beim sechsten Pi-Wettbewerb in Emden über zwei Stunden und 42 Minuten 15.637 Nachkommastellen der Zahl Pi auswendig aufzählte. Sie übertraf damit den vorherigen Rekord von 15.320 Ziffern, der im September 2018 von einem Mann aus Nordrhein-Westfalen aufgestellt wurde, so die Polizistin.

Gut gefaltet

Das südostasiatische Land Kambodscha hat Millionen von Papierherzen im Origami-Stil vor der berühmten Tempelanlage Angkor Wat gefaltet und aufgestellt. Mit dieser Aktion hat das Land einen Rekord im Guinness-Buch aufgestellt, indem insgesamt 3.917.805 Herzen gefaltet wurden. Diese Zahl übertrifft deutlich den bisherigen Rekord von 2019, als in Großbritannien 53.704 Origami-Herzen gefaltet wurden.

Mega-Hula-Hoop

Mit mehr als 80 Hula-Hoop-Reifen auf einmal hat die Berlinerin Dunja Kuhn im November ihren bisherigen Weltrekord getoppt. «Es war anstrengend, aber es lief gut», sagte sie nach der Aktion in Dresden der dpa. Die bisherige Bestmarke lag bei von ihr selbst vorgelegten 70. Allerdings ist sie noch nicht zufriedengestellt: Sie will demnächst die Zahl auf 100 steigern.

Achttausender im Akkord

Auch diese beiden haben außergewöhnliche Leistungen erbracht: Tenjen Lama Sherpa aus Nepal und Kristin Harila aus Norwegen haben alle 14 Achttausender in Rekordzeit bestiegen. Laut einer Sprecherin des Guinness-Buchs der Rekorde haben sie dafür 92 Tage gebraucht. Sie haben diesen Rekord im Sommer aufgestellt und zuletzt den K2 in Pakistan erklommen. Einige Wochen später hatte Tenjen Sherpa einen Unfall am Shishapangma, als dort zwei Lawinen niedergingen. Trotz fortschrittlicher Ausrüstung bleiben die Achttausender gefährlich.

Fallschirmsprung im hohen Alter

Nur wenige Tage vor ihrem Tod im Oktober hat die US-Amerikanerin Dorothy Hoffner aus Chicago den Weltrekord als älteste Fallschirmspringerin gebrochen. Ein Video zeigte die 104-Jährige, wie sie mit ihrem Rollator zu einem Flugplatz in der Nähe Chicagos spazierte – bestens gelaunt und in Vorfreude. Auf den Bildern von dem Tandemsprung mit einem erfahrenen Fallschirmspringer aus Tausenden Metern Höhe wirkte Hoffner dann auch recht vergnügt. Nach dem Abenteuer sagte sie: «Es war schön, friedlich.»

dpa