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Heftiges Unwetter zieht über Kalifornien

Eigentlich ist Kalifornien für sein sonniges Wetter bekannt. Derzeit wird der Bundesstaat aber von ungewöhnlich viel Regen heimgesucht. Ein Wetterphänomen mit kaum bekanntem Namen sorgt für Chaos.

Normalerweise scheint hier an mehr als 260 Tagen im Jahr die Sonne. Nun regnet es in Los Angeles so stark wie seit vielen Jahren nicht mehr.
Foto: David Crane/The Orange County Register/AP

Starke Regenfälle und heftiger Wind haben bestimmte Gebiete in Kalifornien beeinträchtigt und mehrere Menschenleben gefordert. Laut US-Medienberichten wurden bisher drei Todesfälle durch das Unwetter gemeldet. Die Gerichtsmedizin des Sacramento County teilte mit, dass ein Mann in der Nähe von Sacramento auf seinem Hof von einem umstürzenden Baum getroffen wurde und später an seinen Verletzungen verstarb.

Laut dem US-Sender CNN seien auch in den anderen beiden Fällen im nördlichen Kalifornien zwei Menschen durch umstürzende Bäume tödlich verletzt worden. Die Todesfälle ereigneten sich bereits am Sonntag.

Windböen mit bis zu 96 Kilometern pro Stunde

Das Unwetter, das zuerst in der Gegend um San Francisco tobte, bewegte sich weiter nach Süden und erreichte Santa Barbara und Los Angeles. Der starke Regen löste Schlammfluten aus, überflutete Straßen und führte zu einem Stromausfall. Laut der Website PowerOutage waren vorübergehend hunderttausende Haushalte ohne Strom.

Der nationale Wetterdienst warnte vor Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 96 Kilometern pro Stunde. Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, hatte vor einem «schweren Sturm mit gefährlichen und potenziell lebensbedrohlichen Auswirkungen» gewarnt und für mehrere Bezirke den Notstand ausgerufen.

Das Wetterphänomen

Grund für die starken Niederschläge ist ein Wetterphänomen mit dem Namen «atmosphärischer Fluss». Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes versteht man darunter «ein relativ schmales, gerichtetes Band feuchtegesättigter Luft» mit einer Breite von etwa 500 Kilometern und einer Länge von rund 2000 Kilometern und mehr.

Solche Systeme transportierten einen großen Teil des Wasserdampfs außerhalb der Tropen. Weil die feuchten Luftmassen, die Kalifornien treffen, meist aus den tropischen Meeresregionen in der Pazifikgegend um Hawaii kommen, werden sie auch «Ananas-Express» genannt.

dpa