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Hitzeplanung schreitet voran – doch Umsetzung dauert noch

Die Bundesregierung hat vergangenen Sommer Maßnahmen gegen Hitzegefahren angekündigt. In vielen Großstädten tut sich bereits was – doch es ist noch viel zu tun.

Wegen der heißer werdenden Sommer soll es in deutschen Großstädten immer mehr Maßnahmen geben, die Gesundheitsschäden und Todesfälle durch Hitze verhindern sollen.
Foto: Martin Gerten/dpa

In den deutschen Großstädten gibt es Fortschritte bei der Hitzeplanung, aber viele der Maßnahmen stecken noch in der Planungsphase. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kündigte letztes Jahr an, mehrere Maßnahmen gegen Hitzegefahren einführen zu wollen. Die Deutsche Presse-Agentur hat nun den aktuellen Stand in den deutschen Landeshauptstädten abgefragt.

In vielen Städten werden bereits Informationskampagnen über Webseiten, Flyer oder Social Media durchgeführt. Dazu gehören unter anderem Stuttgart, Hannover, München und Bremen. In Stuttgart fährt außerdem ein gekühlter Hitzebus. Derzeit wird auch eine Karte erstellt, die einen Überblick über kühle Orte in der Stadt bietet. Ähnliche Karten gibt es bereits in Hannover, München und Düsseldorf, wie die Städte mitteilten.

Städte wie Hannover, Dresden, Mainz, Erfurt, Bremen, Düsseldorf oder München investieren in die Installation neuer Trinkwasserbrunnen. In Düsseldorf werden bei Sportveranstaltungen Nebelduschen angeboten, während die Städte München, Bremen, Dresden und Kiel aus Gründen der Wasserverschwendung und mangelnden Hygiene darauf verzichten möchten.

In Hannover erhalten viele Einrichtungen finanzielle Unterstützung, um Wohnungslose mit Trinkwasser, Sonnenschutz und Hygieneartikeln zu versorgen. Obdachlose dürfen bei hohen Außentemperaturen Tunnelstationen zur kurzfristigen Abkühlung nutzen. In Düsseldorf sind neben Trinkbrunnen auch die Begrünung der Stadt sowie Verschattungsmaßnahmen auf der Planungsliste.

In diesen Städten schwächelt die Planung

Trotz all dieser Maßnahmen wird die Umsetzung der Hitzeaktionspläne in vielen Städten noch Zeit brauchen. In Hamburg wird laut der Sozialbehörde derzeit ein Hitzeaktionsplan erstellt. Auch Magdeburg, Dresden, Mainz, Wiesbaden, Potsdam und Kiel stecken bei den meisten Anliegen noch in der Planungsphase.

Gemäß dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden im Sommer 2023 etwa 3200 Todesfälle aufgrund von Hitze verzeichnet. Dies führte dazu, dass die Politik unter Handlungsdruck geriet.

dpa