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Hochwassergefahr: Ort in Thüringen evakuiert

Dauerregen hat Flüsse und Bäche in vielen Gegenden Deutschlands kräftig gefüllt. Deiche sind aufgeweicht und zum Teil gebrochen, Tausende Helfer sind über Weihnachten im Dauereinsatz.

Mit einer Menschenkette werden gefüllte Sandsäcke zu den Bruchstellen gebracht.
Foto: Lars Penning/dpa

Es besteht weiterhin Hochwassergefahr in verschiedenen Teilen Deutschlands aufgrund von anhaltendem Regen und durchweichten Böden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt nach wie vor vor anhaltendem Regen in mehreren Regionen.

Besonders stark betroffen war der Ort Windehausen (Kreis Nordhausen) in Nordthüringen. Dort spitzte sich die Hochwasserlage so zu, dass am ersten Weihnachtsfeiertag die komplette Räumung des knapp 500 Einwohner zählenden Ortsteils von Heringen notwendig wurde. «Die Situation ist sehr bedrohlich, so ein Bild habe ich in der Goldenen Aue noch nicht gesehen», sagte der Bürgermeister der Stadt Heringen, Matthias Marquardt (Linke), der Deutschen Presse-Agentur.

Der Ort war teilweise bis zu einem Meter hoch mit Wasser überschwemmt. Es gab keinen Strom, keine Zufahrt und auch keine Festnetztelefonie, erklärte der Bürgermeister die kritische Situation. Zudem funktionierten die Toiletten aufgrund der fehlenden Abflüsse nicht mehr. Den Einwohnern wurde daher dringend geraten, ihre Häuser zu verlassen. Der Bürgermeister betonte jedoch, dass die Menschen nicht gewaltsam von der Polizei aus ihren Häusern geholt würden.

Auch in Niedersachsen gab es große Besorgnis wegen des Hochwassers. Im Landkreis Leer kämpften in der Nacht zum Dienstag zahlreiche Einsatzkräfte gegen die Wassermassen. In der Gemeinde Uplengen waren zwei Stellen des Deichs der Hollener Ehe gebrochen und er war auf einer Länge von fast 500 Metern aufgeweicht, sagte Dominik Janßen, Sprecher der Kreisfeuerwehr. Jedoch konnten 450 Einsatzkräfte und zahlreiche freiwillige Helfer den Deich mit Sandsäcken stabilisieren.

Auch in der Gemeinde Hatten im Landkreis Oldenburg wurde ein Deich instabil, wie die Feuerwehr in der Nacht zu Dienstag mitteilte. Die Bewohner von zwei Straßen mussten evakuiert werden. Es war zunächst nicht bekannt, wie viele Menschen betroffen waren. Am Dienstagmorgen sollte erneut die Stabilität des Deichs beurteilt werden. Bis dahin sollte der Deich mit Sandsäcken stabilisiert werden. Ein Deichbruch wurde weiterhin als unwahrscheinlich eingeschätzt.

Die Behörden haben eine Warnung vor einer weiteren Verschärfung der Hochwasserlage in den Flussgebieten der Oker und Innerste herausgegeben. Aufgrund der Vorhersage von weiterem Regen im Harz bis zum Dienstagvormittag wird eine dritte Hochwasserwelle in den Zuflüssen zu den Talsperren erwartet. Dies wird dazu führen, dass sich die Harztalsperren stark füllen und voraussichtlich mehr Wasser abgelassen werden muss. Dadurch wird die Hochwasserlage deutlich verschärft, wie es in einer Mitteilung heißt.

Warnung vor Dauerregen und Sturmfluten

Laut einer Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes wurde weiterer anhaltender Regen in mehreren Regionen vorhergesagt, insbesondere von den westlichen Mittelgebirgen bis zum Harz. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass es an einigen Orten stürmisch sein wird. In der Nacht wird es starke, im Nordwesten auch stürmische Böen geben, die sich im Laufe des Tages nach Norden ausbreiten werden. Es wird erwartet, dass es zu Hochwasser an Bächen und Flüssen kommt. Neben Überschwemmungen besteht auch die Möglichkeit von Erdrutschen. Der Großteil des Landes bleibt von milden und sehr feuchten Luftmassen beeinflusst.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) gab eine Warnung vor Sturmfluten im Wesergebiet und an der niedersächsischen Nordseeküste heraus. Die genannten Orte an der Weser sind Bremen, Bremerhaven, Elsfleth, Brake und Rechtenfleth. Auch Wilhelmshaven an der Nordsee wurde erwähnt.

Die Hochwasserlage war weiterhin angespannt, auch in Teilen von Sachsen-Anhalt, Sachsen und Nordrhein-Westfalen.

Voraussichtlich bis Mittwoch (27. Dezember) wird der Bahnverkehr zwischen Hannover und Magdeburg beeinträchtigt sein. IC-Züge werden in beiden Fahrtrichtungen umgeleitet und verspäten sich dadurch um etwa 30 Minuten, wie die Deutsche Bahn auf ihrer Internetseite mitteilte. Der Grund dafür sind Gleisunterspülungen auf der Strecke von Magdeburg nach Helmstedt.

dpa